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Schleswiger Nachrichten

22. November 2017 | 04:57 Uhr

Auf der Freiheit : Neue Chance für das Casino

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt gewährt Team Vivendi ein Jahr mehr Zeit für die Sanierung der alten Kasernengebäude am Ufer der Freiheit.

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Diesmal soll es wirklich klappen. Davon zeigt sich Volker Schlüschen überzeugt. Der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Team Vivendi möchte aus dem alten Offizierscasino auf der Freiheit ein Restaurant machen – und zwar eines „mit weißen Servietten“. Auch von weit her sollen die Gäste kommen, um den Blick auf die Schlei zu genießen. Im Dachgeschoss könnten Hotelzimmer entstehen.

Die Pläne sind nicht neu. Im Jahr 2012 hatte bereits der Geltorfer Musiker Kai Wingenfelder („Fury in the Slaughterhouse“) hier eine Gaststätte betrieben, hielt in dem nicht sanierten Gebäude aber nur wenige Monate durch. Jetzt will Schlüschen rund 2,3 Millionen Euro in die Immobilie stecken, Dach und Fenster komplett erneuern. „Es bleiben fast nur die Grundmauern stehen.“

Das Geld soll von Investoren kommen, deren Namen er noch nicht nennen will. Einen kleinen Teil der Summe immerhin hat er seit gestern sicher. Es geht um 400 000 Euro Städtebaufördermittel, die das Land Schleswig-Holstein und die Stadt Schleswig für das Vorhaben schon seit Jahren zugesichert hatten – für die die Frist allerdings in diesem Jahr ablaufen sollte. Nun hat Schlüschen ein Jahr mehr Zeit. Gestern unterschrieben er und Bürgermeister Arthur Christiansen eine entsprechende Anpassung ihres städtebaulichen Vertrags aus dem Jahr 2004. Gut die Hälfte der Summe darf Schlüschen für das Casino verwenden. Der Rest ist bestimmt für ein weiteres Gebäude, das noch aus der Kasernenzeit erhalten ist: für den „Flieger“, in dem einst die Kantine für die Soldaten untergebracht war. Schlüschen rechnet hier noch einmal mit derselben Summe wie für die Sanierung des Casinos. Ihm schwebt ein Dienstleistungszentrum mit Büros und Arztpraxen vor. Konkrete Planungen gibt es dafür allerdings noch nicht. Im Moment geht kaum jemand davon aus, dass der „Flieger“ innerhalb der festgeschriebenen Frist bis Ende 2015 saniert sein wird. Dann müsste der Vertrag zwischen Stadt und Team Vivendi noch einmal verlängert werden. Die Möglichkeit dazu haben sich beide Seiten ausdrücklich offen gehalten.

„Mit der Fristverlängerung setzen wir ein Zeichen, dass wir an dem Konversionsprojekt Freiheit weiter arbeiten wollen“, sagte Arthur Christiansen vor seiner gestrigen Unterschrift. Die Ratsversammlung hatte dem neuen Vertrag bereits in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt. „Ich freue mich, dass es jetzt vorangeht“, erklärte Schlüschen. Seit dem Wechsel im Amt des Bürgermeisters verspüre er neuen Schwung im Rathaus, von dem auch der Stadtteil auf der Freiheit profitiere. Der Projektentwickler zeigt sich in jeder Hinsicht optimistisch. Fast alle Grundstücke des ersten Bauabschnitts seien verkauft. Selbst das Thema Gesundheitstherme hat er noch nicht aufgegeben, wie er betont.

Unabhängig davon, was aus dem Casino und dem „Flieger“ wird, sollen noch im Mai neue Arbeiten beginnen. Dann baut die Stadt den lange geplanten Wanderweg, der vom Holm am Schleiufer entlang bis zum Casino führen wird, und einen Kinderspielplatz.

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