zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 09:31 Uhr

Lindaunis : Neue Brücke mit anderem Charakter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Überquerung bei Lindaunis: Statt der historischen Fachwerkkonstruktion soll eine Deckbrücke ab 2020 über die Schlei führen

Mit einer Informationsveranstaltung zum Ersatz der Schleibrücke Lindaunis an eben genau dieser Brücke erfüllte Verkehrsminister Reinhard Meyer ein Versprechen, das er vor drei Jahren an gleicher Stelle gegeben hatte. Er gehe davon aus, dass die letzten bahninternen Plangenehmigungen im dritten Quartal 2017 erteilt werden, sagte er nun. „Der erste Spatenstich wird in 2018 sein. Und ab 2020 wird die Brücke mit allen Funktionen in Betrieb gehen“, kündigte er an. Mit weiteren Verzögerungen rechne er nicht mehr, da die Finanzierung gesichert sei. „Für die Haushaltsjahre 2018 und 2019 sind jeweils 18 Millionen Euro zweckgebunden eingeplant“, verriet Meyer. Das übertreffe bei Gesamtkosten von 46 Millionen Euro die 68 Prozent Baukosten, die das Land beisteuere.

Auch Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Verkehr (LBV), zeigte sich zuversichtlich, da man bereits unterschriftsreife Verträge für den Betrieb der Brücke nach dem Bau habe. Er kündigte an, dass man noch in diesem Jahr Maßnahmen an der Fahrbahn vornehmen wolle, die die Sicherheit von Radfahrern verbessern sollen. Karl-Heinz Roos, Leiter der LBV-Niederlassung Flensburg, kündigte sogar bereits für dieses Jahr vorbereitende Arbeiten an, die aber wenig spektakulär seien – wie zum Beispiel die Verlegung von Kabeln.

„Die neue Brücke hat einen ganz anderen Charakter als die bisherige“, klärte Roos auf. Statt einer Fachwerkkonstruktion würde es eine sogenannte Deckbrücke. Damit würde man die Brücke offen für eine Videoüberwachung machen. Denn trotz eines leuchtturmartigen Betriebsgebäudes soll die Brücke auf Dauer ferngesteuert werden, so Roos weiter.

Die neue Brücke wird 15 Meter östlich der alten aufgebaut. Sie hat zwei Fahrspuren. Damit ist der durch Ampeln geregelte einspurige Betrieb passé. Nur bei Eisenbahnbetrieb müssen die Autos noch vor der roten Ampel warten. Radfahrer und Fußgänger haben es da besser. Ihre separate Fahrbahn kann auch genutzt werden, wenn eine Eisenbahn die Schlei quert. Nur wenn die Brückenklappe sich einmal stündlich für den Schiffsverkehr öffnet, müssen auch sie warten.

Die Arbeiten an der neuen Brücke beginnen mit der Verbreiterung des Erddammes. Der notwendige Sand wird dabei vermutlich per Schiff aus der Ostsee kommen. Mit Ausnahme einer Durchfahrtschmälerung für die Schiffe wird der Brückenbau vermutlich keine Auswirkungen auf den Verkehr haben. Denn die alte Brücke wird so lange stehen bleiben, bis die neue vollständig in Betrieb gegangen ist.

Vermutlich werden innerhalb der gesamten Bauzeit Bahn- und Straßenverkehr nur für ein Wochenende unterbrochen. Danach wird vermutlich auch der Lindaunisser Bahnübergang neu gestaltet.

Fragen an den Minister gab es von Borens Bürgermeister Thomas Detlefsen zu einer Bedarfshaltestelle der Bahn in Lindaunis. Meyer versprach, dies bei Verhandlungen mit der Bahn anzusprechen und vielleicht einen Test für einen Sommer aufzulegen.

Beschwerden der Zuhörer beim Pressetermin an der Schleibrücke gab es über die unzureichende und üblicherweise späte Benachrichtigung über Schließungszeiten der Brücke. Auch hierum, versprach der Minister, werde er sich kümmern.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen