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Slesvig Roklub : Neue Bootshalle wird zum Kulturtreff

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vereinsheim ist im Frühsommer fertig / Multifunktions-Saal soll für Theater- und Kinoaufführungen genutzt werden

von
erstellt am 01.Apr.2014 | 07:39 Uhr

Finn Jensen spricht das aus, was inzwischen wohl alle Mitglieder des Slesvig Roklub denken: „Ich hoffe, dass wir so langsam mal fertig werden“, sagt er mit Blick auf den Neubau des neuen Vereinsdomizils am Strandweg. Und wenn einer so etwas sagen darf, dann er. Denn zusammen mit seinem Vater Uwe hat der Schleswiger in den vergangenen Monaten rund 500 Arbeitsstunden in den Bau der Bootshalle investiert – und zwar ehrenamtlich. „Ohne unsere fleißigen Vereinsmitglieder wäre das hier alles gar nicht möglich gewesen“, weiß Vormann Birger Kühl das persönliche Engagement seiner Ruderkollegen zu würdigen. Denn auch Dank ihres unermüdlichen Einsatzes sieht er langsam aber sicher Licht am Ende des Tunnels: Ein halbes Jahr nach dem ursprünglich geplanten Termin steht das neue Zuhause des dänischen Ruderklubs vor der Vollendung.

„Wir standen hier geologisch vor einer sehr anspruchsvollen Gründung. Unser altes Haus ist uns förmlich weggesackt. Deswegen mussten wir ein besonders stabiles Fundament legen“, erklärt Kühl den Hauptgrund für die Verzögerungen der Arbeiten. So habe man unter anderem 21 Pfeiler, auf denen das neue Haus nun ruht, jeweils 21 Meter tief in den feuchten Boden am Rande der Königswiesen bohren müssen. Ursprünglich war man, so Kühl weiter, von nur jeweils 15 Metern ausgegangen. „Aber jetzt haben wir hier einen bombenfesten Untergrund.“

Auf diesem ruht nun ein stattliches Gebäude, das durch seinen „schwedisch roten“ Anstrich zum neuen Hingucker zwischen Domschule und Luisenbad geworden ist. Insgesamt 550 Quadratmeter Nutzfläche verteilen sich auf zwei Etagen. Unten bildet das Herzstück eine kombinierte Halle und Werkstatt für die 36 vereinseigenen Holzboote, oben befinden sich Seminar- und Schlafräume (den Club besuchen jährlich mehrere hundert Ruderer aus ganz Dänemark) sowie der große Multifunktions-Saal (samt Bar), der zum neuen Treffpunkt für die 124 Vereinsmitglieder werden soll.

Allerdings dürften künftig nicht nur sie, sondern auch möglichst viele andere Menschen von den Vorzügen der neuen Räume profitieren. Das zumindest war die Voraussetzung dafür, dass der A.P.-Møller-Fonds das Bauvorhaben mit 400 000 Euro unterstützte. Denn der Schlüssel zu diesem satten Zuschuss war ein Passus in den Vereinsstatuten. „Darin ist auch der Kulturaspekt fest verankert, das wollen wir nun stärker leben“, erklärt Kühl. Und so konnte die Idee, innerhalb der Mauern des neuen Clubheimes auch Ausstellungen, Dänisch-Sprachkurse und Veranstaltungen – von Kinoabenden bis hin zu Theateraufführungen – anzubieten, die dänischen Geldgeber überzeugen.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für den Bau laut Kühl am Ende auf rund 600 000 Euro. Neben dem A.P.-Møller-Fonds beteiligen sich daran auch die Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger (SdU) mit rund 100 000 Euro und der Landessportverband mit 50 000 Euro. „Der Rest wird mit Knochenfett bezahlt“, sagt Kühl mit Blick auf den Einsatz seiner Kollegen. Auf seiner Liste stehen die Namen von 42 Vereinsmitgliedern, die mindestens zehn Stunden Arbeit in das neue Clubhaus gesteckt haben.

Sie alle freuen sich nun auf den 26. April. Dann wird mit dem Anrudern die neue Saison eingeläutet. Und wenige Wochen später soll dann auch das neue Vereinsheim fertig sein – „endlich“.

 

 

 

 

 

 

 

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