Schleswig : Naturschützer zeichnen schwalbenfreundliche Häuser aus

Die kleine Rauchschwalbe auf dem Mauersims schaute entspannt zu,
Die kleine Rauchschwalbe auf dem Mauersims schaute entspannt zu,

„Die Schwalben sollen es ja auch gut haben, nicht nur die Gäste“, sagt Hotel-Seniorchefin Heta Behmer.

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26. Juli 2017, 16:21 Uhr

Jahrhundertelang waren Schwalben als selbstverständliche Mitbewohner willkommen – nicht nur in den Dörfern und auf den Bauernhöfen, sondern auch in den Städten. Einst galten sie als Glücksbringer. Sobald die Rauch- und Mehlschwalben und Mauersegler im Frühjahr aus dem Süden zurück sind, war der Sommer nicht weit. Auf ihrer Jagd nach Insekten sind sie verlässliche Wetterexperten. Fliegen die Schwalben hoch oben in luftiger Höhe, kündigen sie ein Hochdruckgebiet und sommerliches Wetter an. Heute finden die kleinen Flugkünstler immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp. Nicht überall sind die gefiederten Glücksboten willkommen, schließlich hinterlassen sie Dreck. Das mag nicht jeder. Doch es gibt auch Menschen, die ein Herz für Schwalben haben – und die zeichnet der Naturschutzbund (Nabu) nun mit einer Plakette aus. Unlängst durften sich darüber Elke und Reinhard Pahl aus Fahrdorf freuen. Nun wurde das Hotel „Waldschlösschen“ ausgezeichnet. Dass die Schwalben im Waldschlösschen seit mehr als 60 Jahren ebenso freundlich aufgenommen werden wie ihre Hotelgäste, das ist für die Betreiberfamilie selbstverständlich. „Die Schwalben sollen es ja auch gut haben, nicht nur die Gäste“, sagt Seniorchefin Heta Behmer. Sechs Schwalbenpaare bereiten ihre Brut nun zum zweiten Mal in diesem Sommer in den Nestern rund um das Hotelgebäude vor.

Heta Behmer (re.), Seniorchefin des Waldschlösschens, nahm die Nabu-Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ von Widukind Glodeck und Gisela Diecks in Empfang.
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Heta Behmer (re.), Seniorchefin des Waldschlösschens, nahm die Nabu-Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ von Widukind Glodeck und Gisela Diecks in Empfang.
 

Früher zählten die Behmers deutlich mehr Schwalben. 20 Nester waren keine Seltenheit. „Wir haben die Schwalben immer bauen lassen, weil sie Glück bringen. Und sie haben uns immer Glück gebracht und zudem immer viel Freude“, sagte Heta Behmer, die sich nun über die Plakette samt Urkunde freute, die der Nabu-Ortsvorsitzende Widukind Glodeck und Schriftführerin Gisela Diecks nun persönlich überreichten.

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