zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 04:07 Uhr

Tüdal : Naturpädagogik im alten Tanklager

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eggebek plant ein Bildungszentrum auf dem Tüdal-Gelände für eine Million Euro. Geplant ist unter anderem eine Kooperation mit dänischen Pfadfindern, Kitas und Schulen.

Das ehemalige Tanklager der Bundeswehr in Tüdal bei Eggebek ist bereits heute ein beliebtes Ausflugsziel. Nach dem Abzug der Bundeswehr wurden erhebliche Anstrengungen im Natur- und Artenschutz unternommen, um die ursprüngliche Heidelandschaft wiederzubeleben und einheimische Pflanzen anzusiedeln. Jetzt wollen die Gemeinde Eggebek, der Förderverein Mittlere Treene und der Kreis in einem nächsten Schritt ein Bildungszentrum auf dem Gelände ansiedeln. Die Vorbereitungen für das Projekt sind bereits weit fortgeschritten.

Derzeit werden auf dem 40 Hektar großen Gelände sämtliche Gebäude abgerissen. Die Gemeinde hat zudem einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht, nachdem das militärische Baurecht erloschen ist. Planerisch ist somit der Weg frei für das geplante „Bildungshaus Treenelandschaft“. Und auch im Hinblick auf die Finanzierung sei man auf einem guten Weg, erläuterte Torsten Roos, Fachdienstleiter für Bau, Umwelt und Kreisentwicklung, auf der jüngsten Sitzung des Regionalentwicklungsausschusses.

Hierfür wurden von der Gemeinde Eggebek beim Land Fördermittel (GAK-Mittel, Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes) in Höhe von 75 Prozent der veranschlagten Kosten von einer Million Euro beantragt. Die Gemeinde selbst würde ihren Eigenanteil von 250  000 Euro und die Folgekosten über zwölf Jahre gestreckt aufbringen. Der Förderantrag liegt dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vor und wird dort geprüft. Ein Bescheid liegt nach Roos’ Aussage zwar noch nicht vor, positive Signale gibt es hingegen schon.

Ziel des Projektes ist es, Bildung aktiv erlebbar zu machen und zu vermitteln. Die Spanne reicht dabei von Umweltbildung und Umweltpädagogik im schulischen und außerschulischen Bereich über Beratung in der Landwirtschaft und Erwachsenenbildung bis hin zur Wissensvermittlung zu regionalen Produkten und deren Herkunft.

Das „Bildungshaus Treenelandschaft“ soll im vorderen Bereich des 40-Hektar-Areals als zweigeschossiges, rundes Gebäude mit einem Nebengebäude errichtet werden. Es soll laut Planung als „offenes und transparentes Haus“ konzipiert werden, das in seiner räumlichen Gestaltung eine hohe Flexibilität aufweisen und auf die natürlichen Ressourcen ausgerichtet sein soll. Im oberen Stockwerk finden Büro- sowie Besprechungsräume ihren Platz. Im Erdgeschoss gelangen die Besucher in ein Forum, das ein Foyer sowie Raum für Vorträge und Unterricht bietet. Das Gebäudekonzept beinhaltet demnach außerdem Möglichkeiten für die Vermarktung regionaler Produkte.

Das Gebäude ist als Niedrigenergie- bis Plusenergiehaus konzipiert. Die eingesetzte Technik, die intelligente Nutzung regenerativer Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung für das Gebäude sowie eingesetzte Materialien sollen in der neuen Einrichtung ebenso thematisiert werden.

Roos betonte im Ausschuss auch die für Bildungsprojekte günstige Lage des ehemaligen Tanklagers. Zwei große Schulstandorte (Eggebek und Tarp) sowie das benachbarte dänische Pfadfinderlager Tydal (30  000 Übernachtungen pro Jahr) ermöglichten eine Intensivierung der Vernetzung, beispielsweise auch durch Angebote für die Nachmittagsbetreuung. Die Zahl der gewonnenen Kooperationspartner für das Projekt ist groß: Neben Gemeinde und Amt Eggebek sowie dem Kreis und dem Förderverein Mittlere Treene sind dies Schulen und Kindergärten der Ämter Eggebek und Arensharde, die Stiftung Natur im Norden, Bunde Wischen, das dänische Pfadpfinderlager Tydal, Universität und FH in Flensburg sowie die FH Westküste in Heide.

Durch das „Bildungshaus Treenelandschaft“ sollen schließlich zwei bis drei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Sollten die Fördermittel wie erwartet fließen, geht Roos davon aus, dass das Bildungshaus bereits in einem Jahr eingeweiht werden könnte.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 12.Okt.2015 | 10:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen