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"Näher an der Demokratie kann man kaum sein"

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Hans-Jürgen Braun ist seit 30 Jahren Wahlhelfer - auch am 22. September

Schleswig | Bei der Frage, bei wie vielen Wahlen er schon als Helfer dabei war, muss Hans-Jürgen Braun passen. "Die habe ich nie gezählt", sagt der 57-Jährige. Auf jeden Fall hat er in 30 Jahren sehr wenige verpasst - und dann auch nur berufsbedingt. Braun ist ein Wahlhelfer mit großer Freude an der Sache. "Näher an der Demokratie kann man kaum sein."

Am 22. September folgt sein nächster Einsatz. Dann sind die Schleswiger zur Teilnahme an der Bundestags- und der Bürgermeisterwahl aufgerufen. Insgesamt benötigt die Stadt 135 Ehrenamtliche, die für einen reibungslosen Ablauf des Wahlganges sorgen - und ab 18 Uhr die Stimmen auszählen. "Sorgfalt geht vor Schnelligkeit", haben Gemeindewahlleiter Rainer Raup und Wahlamtsmitarbeiter Oliver Frieß ihren Wahlhelfern eingeschärft. Es dürften gern noch ein paar Helfer mehr sein. Um alle 14 Wahlbezirke und drei Briefwahlbezirke betreuen zu können, fehlen knapp 25 Helfer.

Hans-Jürgen Braun wird für den Bezirk 8 (Hjort-Lorenzen-Schule) als Vorsteher des Wahlvorstandes die Verantwortung tragen. Er kennt den Bezirk seit langer Zeit. "Wir sind ein eingespieltes und gutes Team", sagt er über die Zusammenarbeit mit seinen Wahlhelfer-Kollegen. Und auch einen Teil der Wähler kennt er bereits: "Ich weiß ganz genau, wer im Wahllokal ein bisschen schnacken will - und wer mit dem Wahlzettel nicht zurechtkommt."

Letzteres kommt gar nicht so selten vor. Schon mehrfach musste Braun ältere Herrschaften in die Wahlkabine begleiten, weil ihnen die Hände zitterten. Er machte dann sozusagen "im Auftrag" an der gewünschten Stelle das Kreuz. Alles kein Problem. Braun wurde wie alle Wahlhelfer vereidigt. Zu den Grundsätzen zählt Verschwiegenheit. Der Service endet allerdings da, wo es politisch wird: Tipps, wo man bitteschön das Kreuzchen machen sollte, gibt es von Braun nicht.

Um 7.30 Uhr wird er am Wahltag zum Wahllokal fahren. Wegen der Doppelwahl dürften es am Ende des Tages etwa 27 000 Stimmzettel sein, die in den 14 Schleswiger Bezirken ausgezählt werden müssen. Viel Arbeit für die jeweils achtköpfigen Wahlvorstände, aber Braun macht das nichts aus. "Den meisten Spaß macht es immer, wenn wir eine hohe Wahlbeteiligung haben."

Schon mal verzählt? "Das ist vorgekommen, aber dann mussten wir eben nochmal ran. Am Ende ist immer alles aufgegangen."

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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