Schleswig : Nächster Versuch: Hertie-Haus unterm Hammer

Das Hertie-Haus im Stadtweg könnte bald  unter den Hammer kommen.
Das Hertie-Haus im Stadtweg könnte bald unter den Hammer kommen.

Der Eigentümer des leer stehenden Kaufhauses hat Grundsteuern und Straßenreinigungsgebühren nicht bezahlt. Deshalb greift die Stadtverwaltung zu einem radikalen Mittel: Zwangsversteigerung. Es ist der zweite Versuch nach 2012.

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24. Juni 2014, 07:45 Uhr

Es geht um ein „sechsgeschossiges Kaufhausgebäude mit Parkdeck“. So heißt es in der offiziellen Verlautbarung des Schleswiger Amtsgerichtes. Am Donnerstag, 18. September, um 10 Uhr soll das Hertie-Haus dort zwangsversteigert werden. Den Antrag dazu hat die Stadt Schleswig gestellt. Dass das leer stehende Kaufhaus an jenem Tag tatsächlich den Besitzer wechselt, gilt indes als eher unwahrscheinlich. Eher wird genau dasselbe geschehen, wie im November 2012. Damals hatte die Stadt schon einmal die Zwangsversteigerung beantragt. Unmittelbar vor dem Termin im Amtsgericht tauchte dann ein mysteriöser Bote auf und zahlte die ausstehende Summe von rund 80 000 Euro. Seither sind bei der Stadt neue Schulden angelaufen, die nun auf demselben Wege eingetrieben werden sollen. „Es ist dasselbe Procedere wie 2012“, bestätigt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt.

Eines allerdings ist anders. Vor zwei Jahren hatte der damalige Bürgermeister Thorsten Dahl noch tatsächlich die Hoffnung, dass das Gebäude im Zuge der Versteigerung zu einem neuen Eigentümer kommen könnte, der mit der Immobilie, die zunehmend verwahrlost, endlich etwas unternimmt.

Inzwischen gehen die Hoffnungen eher dahin, dass das Gebäude auf ganz regulärem Wege verkauft werden könnte. Bis Ende des Jahres soll es so weit sein. Das prophezeite jedenfalls Sebastian Mogos-Lindemann von der Firma CR Investment Management, die mit der Vermarktung des Grundstücks beauftragt ist. Die Verhandlungen scheinen sich jedoch zäh zu gestalten. So sprach Dietmar Jonscher, Vorstandsmitglied der Gewoba Nord, jüngst von „exorbitanten Preisvorstellungen“. Offenbar fordern die Eigentümer – beziehungsweise ihre Gläubigerbanken – deutlich mehr als die 2,36 Millionen Euro, die das Amtsgericht als Verkehrswert veranschlagt.

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