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FKKZ auf der Freiheit : Nächste Runde im Streit um den Strom

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Trotz einstweiliger Verfügung gingen gestern die Lichter im Kulturzentrum FKKZ nicht wieder an. Heute soll Gerichtsvollzieher kommen.

Die Hoffnung war groß, als unter den Nutzern des Kulturzentrums FKKZ die Nachricht am Montagabend die Runde machte: Das Landgericht hat eine einstweilige Verfügung erlassen. Der Gebäude-Eigentümer Team Vivendi muss den vor drei Wochen abgestellten Strom wieder einschalten. Vivendi-Geschäftsführer Volker Schlüschen bekam dafür eine Frist bis gestern Mittag um 12 Uhr. Viele Musiker, die schon seit Ende Januar ihre Probenräume im FKKZ nicht mehr nutzen konnten, versammelten sich pünktlich um diese Uhrzeit, um live dabei zu sein, wenn die Lichter angehen. Aber es geschah nichts.

„Wenigstens ist schönes Wetter“, sagte Patrick Bieler von der Band „Everlight“, während er beim Warten vor dem Eingang des Kulturzentrums mit Mitgliedern anderer Bands fachsimpelte. FKKZ-Geschäftsführer Jan-Friedrich Dünne machte sich zwischenzeitlich auf den Weg zu seinem Anwalt, um die weiteren Schritte zu beraten.

Auf SN-Nachfrage erklärte Team-Vivendi-Sprecher Michael Radtke unterdessen, man werde Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegen. Diesen Widerspruch habe das Landgericht nicht an eine Frist gebunden. Radtke: „Die von Rechtsanwalt Holger Ley als Vertreter des FKKZ ausgesprochene Fristsetzung ist insofern subjektiv und nicht relevant.“

Das sieht Ley anders. Er verweist auf die Rechtslage, nach der eine einstweilige Verfügung sofort vollstreckbar ist. „Herr Schlüschen kann dagegen zwar Widerspruch einlegen, aber bis zur Entscheidung muss er den Strom wieder einschalten.“ Noch heute will das FKKZ mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers und einer Elektro-Firma dafür sorgen, dass der Gerichtsbeschluss umgesetzt wird.

Radtke betont, dass man dem FKKZ die ehemaligen Kasernenblocks am östlichen Ende der Freiheit kostenlos zur Verfügung stelle und lediglich die Nebenkosten in Rechnung stelle. Team Vivendi macht geltend, die monatliche Abschlagzahlung sei einvernehmlich von ursprünglich 1000 Euro auf 5000 Euro erhöht worden. Dass dies einvernehmlich geschehen sei, bestreiten Dünne und der FKKZ-Vorsitzende Arne Olaf Jöhnk jedoch. Um diese Frage dreht sich der Streit, der nun die Gerichte beschäftigt. Dabei geht es auch um die Frage, wer wann wem den Stromzählerstand gemeldet hat oder nicht.

Ende August wird das FKKZ die Gebäude auf der Freiheit ohnehin verlassen. Dann läuft der Vertrag mit Team Vivendi aus. Jöhnk und Dünne setzen ihre Hoffnungen jetzt darauf, in den ehemaligen Bauhof am Holmer Noor einziehen zu können. „Da wären zwar einige Umbauten zu leisten, aber das können wir schaffen“, sagt Jöhnk.

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erstellt am 18.Feb.2016 | 08:03 Uhr

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