zur Navigation springen

Missunde : Mysteriöser Bootsbrand auf der Schlei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Segelyacht ist nahe des Missunder Fährhauses in der Nacht zu Mittwoch in Flammen aufgegangen. Die Ursache des Feuers sowie der Eigentümer sind bislang unbekannt.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 06:57 Uhr

Es war ein furchterregender Anblick, als ein Teleskoplader gestern Mittag die Überreste einer verbrannten Segelyacht aus der Schlei an die Oberfläche holte. Dennoch wirkten die zahlreichen Rettungskräfte in diesem Augenblick erleichtert: Zumindest hatte sich die Befürchtung nicht bewahrheitet, dass noch eine Person an Bord war. Das Feuer selbst, das an der Steganlage unweit des Fährhauses Missunde gewütet hatte, gibt den Ermittlern aber noch viele Rätsel auf.

„Am Dienstagabend gegen 23 Uhr hat der Betreiber des Campingplatzes das Schiff noch unversehrt am Steg gesehen. Am Mittwoch um 10.47 Uhr wurden wir alarmiert“, berichtete Einsatzleiter Malte Carstensen von der Feuerwehr Brodersby. Den Ersatzkräften sich zunächst ein unspektakuläres Bild: Die Box, in der das Schiff festgemacht hatte war leer – bis auf den Holzmast, der auf dem Wasser trieb. Schnell stellte sich heraus: Das dazugehörige Schiff hatte Feuer gefangen und war gesunken. Innerhalb kürzester Zeit waren neben der Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk, Kripo und Taucher an der Unglücksstelle – vor allem, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Menschen zu Schaden gekommen waren. Die Arbeit der Taucher aber gestaltete sich schwierig: Sie stellten fest, dass von dem Schiff selbst nicht viel übrig geblieben war, die Sicht war schlecht. Erst als die Reste gehoben waren gab es eine vorläufige Entwarnung. Ganz auszuschließen aber ist ein Personenschaden noch nicht endgültig. „Wenn wirklich jemand an Bord war, ist von ihm nach diesem Feuer wahrscheinlich nicht viel übrig geblieben“, sagte Susanne Findersen von der Wasserschutzpolizei Kappeln.

Die verkohlten Reste brachten für die Ermittler aber immerhin einige Anhaltspunkte. „Das Schiff war nicht länger als 30 Fuß (gut neun Meter), grün, der Unterwasseranstrich rot. Das Schiff war aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die Aufbauten aus Holz“, erläuterte Susanne Findersen.

Die Polizei muss sich mit diesen Details beschäftigen, weil der Eigner des Schiffes unbekannt ist. Ende vergangener Woche soll es im Fährhaus einen Anruf gegeben haben mit der Frage eines Skippers, ob er sein Schiff an den Steg legen könne. Der Name des Anrufers ist nicht bekannt. Das Schiff lag nach Auskunft eines einheimischen Seglers drei bis vier Tage in der Box. Es habe eine eher heruntergekommenen Eindruck gemacht, Personen zeigten sich nicht. „Ein Schiff fängt doch nicht einfach so Feuer, wenn nicht jemand mit offenen Flammen hantiert und nicht einmal ein Stromanschluss gelegt ist“, wunderte sich der erfahrene Skipper.

Die Wasserschutzpolizei geht zunächst einmal davon aus, dass sich der Eigner des verbrannten Schiffes meldet. „Das wäre der Normalfall“, sagt Susanne Findersen. Sollte der Eigentümer allerdings verschollen bleiben, werden man ermitteln: „Auch wenn die Spuren mager sind, ist das nichts aussichtslos.“ Unter den Seglern auf der Schlei kennt man sich eben.

Noch liegen die Ermittlungen bei der Wasserschutzpolizei in Kappeln. Sollte sich allerdings der Verdacht erhärten, dass es sich um Brandstiftung handelt, übernimmt die Schleswiger Kriminalpolizei. Schon jetzt werden Zeugen gesucht, die mehr über das mysteriöse Feuer wissen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen