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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2017 | 20:25 Uhr

Missunde : Mysteriöser Bootsbrand auf der Schlei

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Segelyacht nahe des Missunder Fährhauses wurde in der Nacht von Flammen zerstört. Niemand weiß, wem sie gehörte.

von
erstellt am 23.Okt.2014 | 07:44 Uhr

Es war ein furchterregender Anblick, als ein Teleskop-Lader gestern Mittag die Überreste einer verbrannten Segelyacht aus der Schlei an die Oberfläche holte. Dennoch wirkten die zahlreichen Rettungskräfte in diesem Augenblick erleichtert: Zumindest hatte sich die Befürchtung nicht bewahrheitet, dass noch eine Person an Bord war. Das Feuer selbst, das auf dem schiff an der Steganlage unweit des Fährhauses Missunde gewütet hatte, gibt den Ermittlern aber viele Rätsel auf.

„Am Dienstagabend gegen 23 Uhr hat der Betreiber des Campingplatzes das Schiff noch unversehrt am Steg gesehen. Am Mittwoch um 10.47 Uhr wurden wir alarmiert“, berichtete Einsatzleiter Malte Carstensen von der Feuerwehr Brodersby. Den Ersatzkräften bot sich zunächst ein unspektakuläres Bild: Die Box, in der das Schiff festgemacht hatte, war leer – bis auf den Holzmast, der auf dem Wasser trieb. Schnell stellte sich heraus: Das dazugehörige Schiff war in Brand geraten und gesunken. Innerhalb kürzester Zeit waren neben der Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk, Kripo und Taucher an der Unglücksstelle – vor allem, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Menschen zu Schaden gekommen waren. Die Arbeit der Taucher aber gestaltete sich schwierig: Sie stellten fest, dass von dem Schiff selbst nicht viel übrig geblieben war, die Sicht war schlecht. Erst als die Reste gehoben waren, gab es vorläufige Entwarnung. Doch auch jetzt kann ein Personenschaden nicht endgültig ausgeschlossen werden. „Wenn wirklich jemand an Bord war, ist von ihm nach diesem Feuer wohl nicht viel übrig geblieben“, sagte Susanne Findersen von der Wasserschutzpolizei Kappeln.

Die verkohlten Reste des Wracks brachten für die Ermittler aber immerhin einige Anhaltspunkte. „Das Schiff war nicht länger als 30 Fuß (gut neun Meter), grün, der Unterwasseranstrich rot. Das Schiff war aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die Aufbauten aus Holz“, erläuterte Susanne Findersen.

Die Polizei muss sich mit diesen Details beschäftigen, weil der Eigner des Schiffes unbekannt ist. Ende vergangener Woche soll es im Fährhaus einen Anruf mit der Frage eines Skippers gegeben haben, ob er sein Schiff an den Steg legen könne. Der Name des Anrufers ist nicht bekannt. Das Schiff lag nach Auskunft eines einheimischen Seglers drei bis vier Tage in der Box. Es habe einen eher heruntergekommenen Eindruck gemacht, Personen zeigten sich nicht. „Ein Schiff fängt doch nicht einfach so Feuer, wenn nicht jemand mit offenen Flammen hantiert und nicht einmal ein Stromanschluss gelegt ist“, wunderte sich der erfahrene Skipper.

Die Wasserschutzpolizei geht zunächst einmal davon aus, dass sich der Eigner des verbrannten Schiffes meldet. „Das wäre der Normalfall“, sagt Susanne Findersen. Sollte der Eigentümer allerdings verschollen bleiben, werde man ermitteln: „Auch wenn die Spuren mager sind, ist das nicht aussichtslos“, sagte Findersen. Unter den Seglern auf der Schlei kenne man sich eben.

Noch liegen die Ermittlungen bei der Wasserschutzpolizei in Kappeln. Sollte sich allerdings der Verdacht erhärten, dass es sich um Brandstiftung handelt, übernimmt die Schleswiger Kriminalpolizei. Schon jetzt werden Zeugen gesucht, die mehr über das mysteriöse Feuer wissen. „Es mag sein, dass es nicht lange gebrannt hat“, sagt Susanne Findersen, „dafür aber ganz sicher heftig und hell.“ Dass in der Umgebung dennoch niemand den Feuerschein gesehen hat, ist dennoch nicht unwahrscheinlich. Wenn die Schleifähre Missunde, der Campingplatz und das Fährhaus nicht mehr besetzt sind, ist die Gegend so gut wie menschenleer. Sollte dennoch jemand etwas Verdächtiges beobachtet haben, wird er gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

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