zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

21. August 2017 | 07:20 Uhr

Schleswig : Mutmacher für den Friedrichsberg

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bürgermeister und Stadtmanager präsentieren bei der Mitgliederversammlung des Bürgervereins Ideen, um den südlichen Stadtteil wieder zu stärken.

Es war zumindest schon ein halbes Heimspiel für Arthur Christiansen, als er am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung des Friedrichsberger Bürgervereins als Gastredner sprach. Im nächsten Jahr aber wird das anders sein. Dann gehört der Bürgermeister endgültig dazu. „Denn zum Sommer hin wird meine Wohnung, die ich ja bereits im Friedrichsberg habe, nicht mehr bloß mein Zweit-, sondern mein Erstwohnsitz sein. Spätestens dann werde ich diesen Stadtteil aufmischen“, kündigte er den über 70 Zuhörern im „Fif“ (Forum im Friedrichsberg) mit einem Augenzwinkern an.

Gute Laune und vor allem Zuversicht zu verbreiten: Das war dann auch ganz offensichtlich Christiansens Hauptanliegen an diesem Abend. Und nicht nur er forderte die Vereinsmitglieder rund um ihren Vorsitzenden Reimer Witt auf, wieder öfter stolz zu sein – auf den Friedrichsberg und auf Schleswig. „Sehen Sie diese Stadt gerne kritisch. Aber vor allem positiv.“ Damit schlug er in dieselbe Kerbe wie zuvor schon Rüdiger Knospe. Denn auch der neue Stadtmanager hatte in seinem Vortrag darüber, wie man Schleswig wieder stärken könne, mehrfach beklagt, dass viele Bürger ihre Stadt viel zu negativ sähen. „Da heißt es schnell: ,Das geht sowieso nicht’ oder ,Das wird doch nie was’ und ohnehin sei es hier doch gar nicht so toll. Aber das stimmt nicht“, sagte Knospe, der sich „einfach mal etwas mehr Selbstbewusstsein“ wünschte.

Als konkrete Projekte, die er bereits angegangen sei, nannte Knospe unter anderem eine neue Dänemark-Strategie. Man wolle sowohl mehr dänische Tagesgäste als auch Firmen nach Schleswig locken. Zudem werde man die Stadt auf einer internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien im Oktober in München präsentieren. „Da werden wir unseren eigenen Platz auf dem Stand des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums haben“, sagte Knospe. Auch für eine neue Belebung des Friedrichsbergs konnte der Stadtmanager – zur Freude der Anwesenden – einige Pläne präsentieren. Insbesondere arbeite man daran, gegen die zahlreichen Leerstände von kleineren Läden anzukämpfen. „Da planen wir ein Quartiersgespräch mit den Eigentümern. Unsere Idee ist, dass junge Existenzgründer im ersten Jahr nur die Nebenkosten, aber keine Miete für die Geschäftsräume zahlen. Das müsste für einen Vermieter doch besser sein, als wenn der Laden noch weitere Jahre leer steht und verkommt“, sagte Knospe, der noch eine Idee vortrug, mit der er bei vielen Bewohnern des Stadtteils offene Türen einrennen wird: „Wir können uns gut vorstellen, den Friedrichsberger Flohmarkt, der lange Zeit weit über die Region hinaus bekannt war, wiederzubeleben.“ Einfälle habe man viele, betonte er. Die Menschen müssten nur offen dafür sein. „Dann geht hier noch einiges.“

Davon zeigte sich auch Bürgermeister Christiansen überzeugt. Er glaubt sogar, dass der Friedrichsberg mit der historischen Bausubstanz und seiner friedlich zusammenlebenden multikulturellen Gesellschaft in Zukunft „ein neues Trend-Wohnviertel“ werden könnte. Fakt sei, dass es eine Landflucht gebe und gerade Mittelstädte davon profitierten. Denn sowohl junge Familien als auch Senioren suchten nach einem überschaubaren Umfeld, wo sie dennoch voll versorgt und gleichzeitig die Immobilienpreise nicht zu hoch sind. „Diese Entwicklung spricht klar für uns. Wir müssen die Früchte nur ernten“, sagte Christiansen, der in diesem Zusammenhang auch eine zeitnahe Stadt-Umland-Konferenz ankündigte.

Angesprochen auf die Probleme des Friedrichsbergs sprach Christiansen ebenfalls von zu viele Leerständen und zahlreichen Ecken, „die bös runtergekommen aussehen“. Hoffnung mache ihm – neben den von Knospe erläuterten Plänen – aber der Bahnhof. So habe es bereits Gespräche mit dem neuen Eigentümer gegeben, der aber noch immer nicht öffentlich in Erscheinung treten wolle. „Aber wir werden uns mit seinen Planern in den nächsten Wochen zusammensetzen und ein Konzept erarbeiten. Während er das Gebäude renoviert, wollen wir den Vorplatz und die Verkehrsführung erneuern – und den Bahnhof endlich wieder ins rechte Licht rücken.“

zur Startseite

von
erstellt am 27.Mär.2015 | 07:17 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen