zur Navigation springen

Sparkurs : Muss sich die Kirche von Gemeindehäusern trennen?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Um „Kirche und Geld“ ging es beim Gesprächsabend der Friedrichsberger Kirchengemeinde. Pröpstin Johanna Lenz-Aude warf die Frage auf, ob die Gemeinde ihre bisherige Infrastruktur aufrechterhalten kann.

Um  „Kirche und Geld“ ging es jetzt beim Gesprächsabend der Friedrichsberger Kirchengemeinde. Wie brisant das Thema ist, wurde deutlich, als Pröpstin Johanna Lenz-Aude die Frage aufwarf, „welche Gebäude und Infrastruktur“ in der Gemeinde wirklich sinnvoll seien – und damit implizit auch das Gemeindehaus Friedenskirche zur Disposition stellte, in dem der Gesprächsabend stattfand. Der direkt angesprochene Pastor Karsten Winter entgegnete: „Alles zieht sich aus Schleswig-Süd zurück. Vielleicht ist es gerade unsere Aufgabe, das Gebäude zu erhalten.“

 Gemeinsam mit seinem Kollegen Pastor Norbert Wilckens hatte Winter auch Wolfgang Hauschildt eingeladen, Vorstand der Stiftung Diakoniewerk Kropp. Er klagte, dass seine Einrichtung „in der Außenwahrnehmung oft nicht von der Kirche differenziert“ werde.  „Dabei bekommen wir nur für zwei Pastorenstellen unmittelbar Geld aus der Kirchensteuer.“ Die Gewerkschaften kritisieren immer wieder die Lohnpolitik  des Diakoniewerks. Hauschildt: „Wir haben  dieselben Rahmenbedingungen wie die Helios-Kliniken, aber eine andere Ausrichtung. Wir machen unsere Arbeit in dem Bewusstsein, Menschen Gutes zu tun.“ Dadurch entstünden hohe Kosten, so dass die Umsatzrendite mit maximal einem Prozent deutlich geringer ausfalle als beim Helios-Konzern, der jährlich 10 bis 15 Prozent Rendite anstrebe. Sorgen  seitens der Zuhörer, dass das kirchliche Image für eine unternehmerische Tätigkeit ausgenutzt würde, entgegnete Pröpstin Lenz-Aude: „Die Diakonie ist ein knallharter Wirtschaftsbetrieb und das erwarte ich auch so, denn man muss sinnvoll mit Stiftungsgeld umgehen.“

Pastor Wilckens machte zudem  deutlich, wie sehr ihm das Thema Kirche und Geld am Herzen liegt. „Auf mich kommen Leute zu und fragen, wie Gemeinden arm sein könnten, wenn 100000 Euro für die Bischofsresidenz ausgegeben werden und werfen uns mit dem Limburger Bischof in einen Topf. Dabei hat die katholische Kirche ganz andere Strukturen“, kritisierte er und ergänzte: „Wenn wir für Kindergärten Geld geben, haben wir nie einen Dank von der öffentlichen Seite gehört.“

zur Startseite

von
erstellt am 13.Feb.2014 | 07:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen