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Schleswiger Nachrichten

20. August 2017 | 15:53 Uhr

Schleswig : Muslime öffnen ihr Gebetshaus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Beim Neujahrsempfang der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde im Friedrichsberg ging es auch um das Thema Flüchtlinge.

Nicht viele Schleswiger kennen es. Aber mittlerweile gibt es das Gebetszentrum der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde im Friedrichsberg schon seit knapp anderthalb Jahren. Am Dienstagabend lud die Gemeinde nun zum zweiten Mal in ihre Räume im Husumer Baum 9 zum Neujahrsempfang. Dabei stand der Austausch über aktuelle Themen, insbesondere die Flüchtlingskrise, im Mittelpunkt. Die Gemeinde stellte aber auch Projekte und Aktionen der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ in ganz Deutschland vor.

Eingeläutet wurde der Abend mit einem kurzen Vortrag aus dem Koran, zunächst auf Arabisch, danach noch einmal in deutscher Übersetzung. Danach präsentierte Tariq Chaudry, Organisator der Veranstaltung, einen Jahresrückblick aus Sicht der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft in Form eines kurzen Films. Adeel Ahmad Shad, der Imam der Gemeinde, klärte die Besucher über die indischen Ursprünge seiner Religionsgemeinschaft und ihre Motivation auf. Ziel sei es, in Zukunft weiter mit Vorurteilen aufzuräumen.

Unter den geladenen Gästen befanden sich auch Vertreter der lokalen Politik und der evangelischen Kirchengemeinde. Rainer Haulsen von der Kreis-CDU nutzte die Gelegenheit, um zur Flüchtlingssituation Stellung zu beziehen: Man sei derzeit zwar auf dem richtigen Weg, allerdings sei man sich auch der Probleme bewusst. Es müsse etwa sicher gestellt werden, dass nur den Menschen geholfen wird, die auch wirklich Hilfe nötig hätten. „Wir wissen, dass nicht alle Menschen aufgenommen werden können und wir wollen zeitnah entsprechende Maßnahmen ergreifen.“

Ex-Bürgermeister Thorsten Dahl ist langjähriger Freund der Gemeinde und erklärte mitfühlend seine „große Achtung vor den Menschen, die gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen“. Und Pastorin Antje Hanselmann machte darauf aufmerksam, was Christen durch den Dialog mit dem Islam über ihre eigene Religion lernen können: „Wir Christen müssen wieder mehr sagen, was wir eigentlich genau glauben.“

Veranstalter Tariq Chaudry zeigte sich derweil mit der aktuellen Situation seiner Gemeinde zufrieden: „Die Akzeptanz in der Stadt ist sehr gut.“ Für die Zukunft wünsche er sich aber, dass die Menschen noch stärker in den Dialog mit ihnen treten. „Wer Fragen hat, kann uns gerne besuchen – jederzeit.“

>Für die kommenden Monate hat die Ahmadiyya-Gemeinde bislang zwei Veranstaltungen geplant: „Gehört der Islam zu Deutschland? von Frauen für Frauen“, am 2. März um 18 Uhr im Rathaus, und „Stoppt den Terror - Was lehrte der Prophet Muhammed wirklich?“, am 27. April um 18.30 Uhr im Gebetszentrum in Friedrichsberg. Anmeldungen im Voraus erwünscht.

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