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„Flash mich“ von Mark Forster : Musikvideo bringt Böklund groß raus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mehr als sechs Millionen Klicks im Internet: Böklunds Bürgermeister, ein Polizist und eine Bankangestellte treten in dem Video-Clip „Flash mich“ von Sänger Mark Forster auf.

Es ist nur ein paar Tage her, da spielte er im ausverkauften Kieler MAX vor gut 1000 Fans. Seit Freitag ist er jede Woche als Juror neben Lena-Meyer Landruth und Johannes Strate („Revolverheld“) in der dritten Staffel von „The voice Kids“ auf Sat.1 zu sehen und sein Album „Bauch und Kopf“ hat bereits Gold-Status erreicht. Es wurde mehr als 100.000 Mal verkauft. Der Sänger Mark Forster startet voll durch. Seine Singles „Au revoir“ und „Flash mich“ laufen im deutschen Radio rauf und runter.

Und dank des Musikvideos zu seiner zweiten Single kennen nun auch einige den Bürgermeister von Böklund (Kreis Schleswig-Flensburg). Zumindest sein – mehr oder weniger – angsterfülltes Gesicht. Denn: In dem Video zu Forsters Song „Flash mich“ wird mal eben die kleine Nospa-Filiale in dem beschaulichen Angelner Ort von zwei Halbstarken überfallen. Und wer steht gerade am Bankschalter und will Geld abheben? Genau: Böklunds Bürgermeister Johannes Petersen. Und das, obwohl er doch im echten Leben dort gar kein Konto hat, wie der Bürgermeister verrät.

„Ich habe jetzt noch ganz lahme Arme“, scherzt er. „Ich musste mindestens 20 Mal ,Hands up‘ machen“ bei den Dreharbeiten, die bereits im August vergangenen Jahres stattfanden. Dass er selbst in dem Musikvideo mitspiele, sei jedoch mehr oder weniger Zufall gewesen – und irgendwie auch ein Versehen: „Ich habe das etwas missverstanden und dachte, da ginge es um ein Werbevideo für Böklund“, sagt der 66-Jährige und schmunzelt. Auch wenn es ein Missverständnis war, so ganz unrecht hatte er damit letztlich nicht. Immerhin wurde das Video mehr als sechs Millionen Mal allein auf Youtube im Internet abgespielt. Die Nospa-Filiale, die Star-Tankstelle in Böklund und das Satruper Freibad, in dem ebenfalls gedreht wurde, genauso wie in einem Flensburger Elektromarkt, dürften jetzt vielen Menschen, auch außerhalb des Kreises, ein Begriff sein.

Der Bürgermeister war nicht der einzige Angelner Originalcharakter, der in dem Video zu sehen ist. Bis auf die beiden Hauptdarsteller Victor Neumeister (Niklas) und Philipp Helmke (Max) sowie den Bankberater, gespielt von Schauspieler Rafael Stachoowiak, sowie eine ältere Bank-Kundin, sind alle Auftretenden Laienschauspieler aus der Region. Auch Böklunds Dorfpolizist Timo Hansen (45) hat einen Auftritt – sogar einen ziemlich glanzvollen, denn immerhin gelingt es dem Polizeihauptmeister, einen der beiden vermeintlichen Bankräuber auf frischer Tat zu ertappen und noch vor der Nospa-Filiale zu stellen. Der andere entwischt und flüchtet zu Fuß durch Böklund entlang der Ortsausangsstraße in Richtung Stolk.

Neben Hansen spielt auch Sarah Konietzny, Bankkauffrau und Finanzberaterin der Nospa, die Mitte Mai die Leitung der Filiale in Böklund übernehmen wird, im Hintergrund mit. „Ich bin die im pinken Oberteil“, sagt die 27-Jährige, die eine von vier Mitarbeitern der Böklunder Bankfiliale ist, die durch eine Auszubildende verstärkt werden.

„Das war auf jeden Fall erstaunlich, wie lange das gedauert hat. In der Szene in der Sparkasse sind ja doch ziemlich viele gleichzeitig im Bild. Da musste dann jeder funktionieren, sonst mussten alle nochmal ran“, erinnert sie sich. Erstaunt war Konietzny auch, dass trotz des im Dorf bekannten Drehtermins nur wenige Schaulustige bei den Aufnahmen vorbeikamen. Immerhin stand hinter der Kamera niemand Geringerer als Kim Frank – und von dem hatte Konietzny in ihrem Jugendzimmer ein Plakat hängen. Der Ex-Teenie-Schwarm und Sänger der früher erfolgreichen Flensburger Band „Echt“, die sich mittlerweile aufgelöst hat, ist heute 32 Jahre alt und verdient sich jetzt als Autor, Schauspieler und Video-Regisseur. Er kam in Doppelfunktion als Regisseur und Kameramann nach Böklund.

Eine Vermutung bleibt, ob es auch die Idee des gebürtigen Flensburgers war, in seiner alten Heimat das Musikvideo zu Forsters Song zu drehen. Kim Frank war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unklar bleibt daher auch, wie überzeugend Bürgermeister Johannes Petersens Schauspieldarbietung war. So oder so, egal wie die Einschätzung seines Talents durch den Regisseur ausgefallen wäre, für Böklunds Bürgermeister steht fest: „Meine Karriere als Schauspieler begann an diesem Samstag, dem Drehtag, um 14 Uhr und endete am gleichen Tag um 19 Uhr. Sie können auf keine Fortsetzung hoffen.“

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erstellt am 02.Mär.2015 | 17:59 Uhr

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