zur Navigation springen

KEin Strom im FKKZ : Musiker sitzen weiter im Dunkeln

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seit über einer Woche hat das Kulturzentrum FKKZ in Schleswig keinen Strom mehr. Jetzt diskutierten die Nutzer, wie es weitergehen soll.

von
erstellt am 06.Feb.2016 | 07:22 Uhr

Es war kalt, und es war dunkel. Gestern Nachmittag trafen sich rund 25 regelmäßige Nutzer des Freien Kultur- und Kommunikationszentrums (FKKZ) auf der Freiheit, um zu beraten, wie es weitergehen soll. Seit der Gebäude-Eigentümer Team Vivendi in der vergangenen Woche den Strom abgestellt hat, sind nicht nur die Lichter ausgegangen, ohne elektronische Steuerung läuft auch die Heizung nicht mehr.

Man trug also Jacke und Mütze, als FKKZ-Geschäftsführer Jan-Friedrich Dünne und der Vereinsvorsitzende Arne Olaf Jöhnk vom Stand der Dinge berichteten. Dünne hatte gleich zu Beginn eine neue Nachricht, die die Stimmung weiter trübte: Das Schleswiger Amtsgericht hat es abgelehnt, eine einstweilige Verfügung zu erlassen, die das Team Vivendi verpflichtet hätte, den Strom sofort wieder einzuschalten. Die Richterin verwies in ihrer Begründung unter anderem darauf, dass in den Gebäuden niemand wohne. Es kann also noch eine Weile dauern, bis das Gericht entschieden hat, wer Recht bekommt.

Dünne erläuterte noch einmal seine Sicht: In letzten Jahr habe man für den Strom 14  500 Euro mehr vorausbezahlt als vertraglich vereinbart und deshalb seit September keine weiteren Abschlagszahlungen mehr geleistet.

Gegen diese Linie regte sich auf der Versammlung kein Widerstand. Es wurde aber auch deutlich, dass die Musiker, die sich im FKKZ Probenräume angemietet haben, sich kaum in der Lage sehen, die Situation noch lange zu erdulten. „Bis Ende Februar warten wir ab, dann müssen wir uns einen neuen Probenraum suchen“, sagte Thorben Schulz, Gitarrist der international gefragten Thrash-Metal-Band „Rezet“.

Solche Überlegungen sind es, die Jöhnk und Dünne große Sorgen machen. Ein anderer Mieter, der Klangtherapeut Arne Frercks, hat das FKKZ bereits verlassen, weil er ohne Stromversorgung nicht arbeiten kann. Thorben Schulz sagt: „Auch wenn wir gehen, wir wollen auf jeden Fall ins FKKZ zurückkehren.“

Jöhnk ahnt aber, dass nicht alle Nutzer so denken – zumal die Zukunft des selbstverwalteten Kulturzentrums ohnehin offen ist. Der Pachtvertrag mit dem Team Vivendi läuft nur noch bis Ende August. Dass sich Team-Vivendi-Chef Volker Schlüschen auf eine Verlängerung einlässt, scheint derzeit ausgeschlossen. Beim FKKZ setzt man große Hoffnungen auf den Plan, ihm mit Hilfe der Stadt Schleswig zumindest einen der ehemaligen Kasernenblöcke abkaufen zu können. „Aber für die Finanzierung brauchen wir die Sicherheit, dass wir weiter so viele Nutzer haben wie jetzt“, sagte Jöhnk. Seine Vermutung: „Schlüschen will uns dafür bestrafen, dass die Stadt seinen Binnenhafen nicht genehmigt.“

Die Fronten scheinen verhärtet. Hoffnungen setzen die Musiker und Künstler aus dem FKKZ jetzt in den Plan, einen dieselbetriebenen Stromgenerator anzumieten. „Aber wenn das teurer sein sollte, als Schlüschen weiter das Geld in den Rachen zu schmeißen, müssen wir uns das genau überlegen“, sagte Jöhnk.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen