Neujahrsputz in Schleswig : Müllsammeln als Friedensbotschaft

Nach dem Gebet und gemeinsamen Frühstück startete die gemeinsam Putzaktion, die die Gruppe vom Friedrichsberg bis nach St. Jürgen führte.
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Nach dem Gebet und gemeinsamen Frühstück startete die gemeinsam Putzaktion, die die Gruppe vom Friedrichsberg bis nach St. Jürgen führte.

Ahmadiyya-Gemeinde säuberte wieder Schleswigs Straßen vom Dreck der Silvesternacht.

Gestern Morgen um 7 Uhr in Schleswig: Während viele Bürger der Stadt Schleswig noch im Bett lagen und sich von Silvester erholten, traf sich die islamische Gemeinde „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ in ihrem Gebetszentrum am Husumer Baum, um das neue Jahr traditionell zu beginnen. Seit mehr als 20 Jahren kümmern sich die heute rund 75 Mitglieder um den Neujahrsputz in der Stadt. Und das tun sie alljährlich freiwillig, versteht sich.

Insbesondere die Männer sind in der Putzaktion eingebunden. Die weiblichen Gemeindemitglieder verfolgen eigene Projekte als Beitrag zum Gemeinwohl. „Viele von uns sind vor Jahrzehnten als Flüchtlinge aus Pakistan gekommen. Wir möchten Dankbarkeit dafür entgegenbringen, dass wir hier freundlich von den Menschen aufgenommen wurden. Und das wissen wir zu schätzen. Auf diese Weise möchten wir etwas zurück geben“, sagte Tariq Chaudhry. Zudem wollen die Vereinsmitglieder ein positives Zeichen für Frieden und Respekt setzen – und den allgemein eher negativen Assoziationen, die der Islam auslöst, mit ihren guten Taten entgegenwirken, erklärt Hamed Chaudhry die Motivation der Aktion „Waqar-e-amal“, die bundesweit von vielen freiwilligen Helfern begleitet wird.

Tatkräftige Unterstützung erhielt die Schleswiger Gemeinde gestern gleich von zwei Power-Frauen: Landes-Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack und OLG-Präsidentin Uta Fölster. Auf Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen und Jonas Kähler, Vorstandssprecher der Schleswiger Grünen, warteten nach dem gemeinsamen Frühstück hingegen andere Termine. Für ein Lob für die Aktion blieb aber noch Zeit: „Das ist schon etwas, was nicht üblich ist. Sie bringen ein Stück Mehrwert nach Schleswig. Das ehrt sie sehr. Ich danke Ihnen für gelungene Integrationsarbeit in der Stadt“, sagte Arthur Christiansen.

An der Seite des Teams der Umweltdienste der Schleswiger Stadtwerke und in Warnwesten gekleidet, ging es dann für die Helfer zu Fuß und ausgerüstet mit Schaufeln, Besen, Papierzangen und Mülltonnen durch die Straßen. Auch OLG-Mitarbeiter Marc Wagner, der zufällig mit dem Fahrrad vorbeikam, wurde spontan von Uta Fölster dazu motiviert, sich der Aktion tatkräftig anzuschließen. „Dass wir nun alle zusammen die Stadt Schleswig ein bisschen sauberer machen, das finde ich richtig toll“, sagte Sabine Sütterlin-Waack.

Der Weg führte die Gruppe vom Husumer Baum zur Schleistraße, dem Capitolplatz bis zum Stadtteil St. Jürgen und schließlich zurück zur Bugenhagenschule. Dass sie im nächsten Jahr alle wieder dabei sein wollen, darin waren sich alle Helfer einig. „Wer beim Neujahrsputz in Schleswig mitmachen möchte, ist herzlich willkommen“, sagte Hamed Chaudhry.




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