zur Navigation springen

Auf der Freiheit : Mühle „Nicola“ wachsen Flügel – aus Metall

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Sie sind jeweils mehr als zehn Meter lang, wiegen über eine Tonne und sind – zur Überraschung vieler Beobachter – aus Metall: Die Flügel, die gestern an der Mühle „Nicola“ auf der Freiheit angebracht wurden.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 12:31 Uhr

Nach rund sechs Stunden Fahrtzeit aus dem niederländischen Lochem rollte gestern Morgen der 40-Tonnen-Schwerlasttransporter samt kostbarer Ladung mit vier metallenen Flügeln für die Holländermühle „Nicola“ auf der Freiheit an. Doch damit ging die Arbeit für die Aufbau-Crew rund um Mühlen-Eigentümer Arnd Jansohn erst richtig los. Schließlich galt es, die Flügel zunächst per Schwerlastkran zu entladen und anschließend am Mühlenkopf fest zu verankern.

Wer für die im historischen Gewand rekonstruierte Mühle auch entsprechende Flügel erwartet hatte, wurde allerdings überrascht: Denn die mehr als zehn Meter langen Konstruktionen sind aus Edelstahl gefertigt und wurden mit glänzenden Aluminiumblechen aero-dynamisch ummantelt. So erinnern sie eher an moderne Flugzeugflügel. Jansohn entschied sich bewusst für diese Bauweise, da die Flügelkonstruktion bereits bei geringer Windgeschwindigkeit arbeite und dadurch eine etwa zweieinhalbfach höhere Leistung als herkömmliche Modelle verspreche. Jeweils mehrere Stunden benötigten die Mühlenbauer Matijn Vaags, Henk Lengemann und Daniel Ilbrink vom „Molenmakersbedrijf Groot Wesseldijk“ aus Lochem, um jeden der einzelnen, rund eine Tonne schweren Flügel mit Hilfe von Stahlketten-Traversen anzuheben und nacheinander in luftiger Höhe zu montieren. Für die Crew aus Holland stellte dies jedoch kein Problem dar – rund ein Dutzend Mühlen installieren die Männer jährlich. Zum späten Abend sollten alle vier Flügel fachgerecht befestigt werden. Die sechs Mühlensteine aus Basalt waren da bereits vom Transporter gehoben worden. Äußerlich ist die rekonstruierte Mühle aus dem Jahr 1861 somit nun fertiggestellt.

Doch bis zur geplanten Eröffnung am Mühlentag 2015 (Pfingsten) gibt es in erster Linie mit der Installation der Mahltechnik im Inneren noch eine Menge zu tun. Denn die Mühle erhält eine komplette Einrichtung mit einem Windmahlgang und einem Motorgang.

Parallel zum Bau der Mühle laufen auch die Arbeiten am Wohngebäude nebenan auf Hochtouren. Bereits Mitte Oktober wollen Arnd und Nicola Jansohn dort ihr neues Quartier beziehen.
Die Mühle „Nicola“ ist Bestandteil einer Stiftung, die sich zur Aufgabe machen wird, das historische Kulturdenkmal als funktionierendes Museum der Öffentlichkeit zu erhalten und das Müllerhandwerk zugänglich zu machen. Allerdings wird hier „auf keinen Fall“ ein Café oder Restaurant entstehen, betont Jansohn. Seit 2012 wurde an dem Wiederaufbau der zweistöckigen Galerie-Holländermühle sowie der Rekonstruktion fehlender Teile gearbeitet.








zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen