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Schleswigs Stadtmanagerin : Monika Siegel muss gehen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Aufsichtsrat setzt Stadtmanagerin Monika Siegel vor die Tür und wünscht sich „frischen Wind“ mit einem neuen Stadtmanager. Siegel selbst zeigt sich überrascht.

Schleswigs Stadtmanagerin Monika Siegel muss sich einen neuen Job suchen. Der Aufsichtsrat der Stadtmanagement-Gesellschaft hat der 56-Jährigen vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass künftig jemand anderes die Geschicke des Marketings leiten soll. Der Nachfolger beziehungsweise die Nachfolgerin werde Ende des Monats präsentiert, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Hansen den SN. Siegel wurde von der Entscheidung nach eigener Aussage völlig überrascht. „Ich wäre gerne geblieben“, sagte sie. „Ich habe den Job gerne gemacht. Und ich finde, ich habe ihn gut gemacht.“ Siegel hatte den Posten vor dreieinhalb Jahren als Nachfolgerin von Michael Keller angetreten. Zuvor hatte sie als Stadtmanagerin in Elmshorn gearbeitet. Siegel bleibt noch bis zum Jahresende im Amt, wird sich bis dahin weiter um laufende Projekte wie zum Beispiel die Gestaltung des Weihnachtsmarktes auf dem Capitolplatz kümmern.

Was sie falsch gemacht hat, darüber kann Monika Siegel nur spekulieren. „Man hat mir gesagt, es liegt an meiner Person und nicht an meiner Arbeit“, erklärte sie. Mit den Worten von Aufsichtsratschef Frank Hansen hört sich das so an: „Frau Siegel war sehr engagiert, mit viel Herzblut dabei. Sie hat einen richtig guten Job gemacht.“ So habe sie viel zum Schulterschluss der Gewerbevereine beigetragen. Nun aber gelte es, frischen Wind in das Stadtmanagement hineinzubringen.

Gesucht wird eine Person, die das Strategie-Konzept „Schleswig 2016“ umsetzt. Das Stadtmanagement werde künftig stärker an den wirtschaftlichen Eckdaten ausgerichtet, kündigte Hansen an. Es gelte, Themen messbar zu machen. „Was bringt der Stadt zum Beispiel das Thema Wikinger?“ Ein zentraler Baustein des Strategie-Papiers ist die künftige Vermarktung Schleswigs als Wikingerstadt.

„Wir müssen zielorientierter arbeiten. Und wir müssen unser Alleinstellungsmerkmal als Wikingerstadt stärker herausarbeiten“, fordert Wolfgang Harm, Vorsitzender des Gewerbevereins St. Jürgen. Sein Kollege Matthias Vollbehr von der Initiative „Pro Lollfuß“ wünscht sich in diesem Zusammenhang einen Stadtmanager, der auf den Feldern Wirtschaft und Tourismus besser bewandert ist.

Monika Siegel, sagen Kritiker hinter vorgehaltener Hand, habe sich bei ihrer Arbeit in Kleinigkeiten verzettelt. Das strategische Denken fehle ihr. Dabei sei es notwendiger denn je, Ideen zu entwickeln, um die Bereiche Wohnen, Arbeit und Dienstleistung miteinander zu verzahnen. Auch sind in den einzelnen Quartieren Stimmen zu hören, dass sich die Stadtmanagerin bei ihren Projekten zu sehr auf die Ladenstraße fokussiert habe.

Siegels sichtbarster Erfolg war es, im Winter 2012/2013 mit Hilfe von Sponsoren eine Eisbahn auf dem Capitolplatz installiert zu haben. Diese stieß auf große Resonanz. Gerne hätte sie auch an der Umsetzung der Dachmarke „Wikingerstadt“ mitgewirkt, sagte die gebürtige Elmshornerin. „Das ist der richtige Weg.“ Die berufliche Zukunft der studierten Betriebwirtin ist unklar. „Ich würde aber gerne in Schleswig bleiben.“

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erstellt am 07.Okt.2014 | 07:45 Uhr

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