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TSV Kropp : Mitten in der Krise kommt Holstein Kiel

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der TSV Kropp empfängt am Sonnabend um 14 Uhr den Drittligisten aus der Landeshauptstadt. Das Pokalspiel soll zum Wendepunkt nach der Talfahrt in der Liga werden.

Der Pfeil hinter dem TSV Kropp in der Tabelle auf „fussball.de“ leuchtet in kräftigem Rot und zeigt bedrohlich nach unten. Platz zehn für den mit vielen Ambitionen gestarteten SH-Ligisten, nur fünf Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt. Sieben Spiele ohne Sieg, vier Niederlagen in Folge bei 2:13 Toren. Die Krise ist in Kropp angekommen und mittendrin kommt Holstein Kiel zum Halbfinale im SHFV-Landespokal (Sbd., 14 Uhr).

Nach dem möglichen Ausscheiden besteht aber gleich wenige Tage später die Chance auf ein Erfolgserlebnis: Am Mittwoch (16.10./19.30 Uhr) muss der TSV im Kreispokal-Achtelfinale beim FC Sörup-Sörup aus der Kreisliga II antreten.

Die derzeitige Situation wird in Kropp nicht schön geredet. „Wir sprechen bestimmt nicht mehr von dritter Kraft oder Qualifikation fürs Hallenmasters“, sagte Co-Trainer Martin Schmidt. „Man muss auch Ziele korrigieren können.“ Gesprochen wurde beim Mannschaftstraining. „Die Zeit der Alibis ist vorbei, es gibt keine Alternative zur gemeinsamen Arbeit“, hatte Trainer Dirk Asmussen nach dem 1:4 gegen TuRa Meldorf verlauten lassen. „Es war eine signifikant andere Besprechung“, meinte Schmidt. „Nicht laut, aber treffend.“

Ursachen für die Talfahrt des Tabellenvierten der vergangenen Saison sind schwer festzumachen. Die Qualität in der Mannschaft stimmt, personelle Probleme können laut Schmidt nicht als Ausrede herhalten. Selbst der Teamgeist sei okay. Und die Mannschaft habe zum Beispiel gegen Flensburg 08 nicht einmal schlecht gespielt. „Die erste Hälfte gegen Meldorf, war aber ein Offenbarungseid, was das Miteinander angeht,“ erklärte Schmidt. „Wir müssen zu dem zurückfinden, was uns in der Vergangenheit stark gemacht hat. Das bedingungslose Reinhängen für den Mitspieler ist derzeit nicht flächendeckend erkennbar.“

Möglicherweise kann der Pokal in dieser prekären Situation weiterhelfen. Fußball-Kenner und Spötter meinen allerdings, dass die in Kropp ausgehängten „Revanche-Plakate“ für die Gastgeber bittere Wahrheit werden könnten. Mit 4:2 nach Elfmeterschießen hatte der TSV Kropp am 17. August des vergangenen Jahres den damaligen Regionalligisten im Halbfinale sensationell aus dem Pokal geworfen und war auch im Finale gegen den VfR Neumünster (0:1) nicht chancenlos. Der Stachel sitzt bei den Kielern noch tief. „Wir nehmen das Spiel sehr ernst. Es geht darum, dass wir das erste kleine Saisonziel, das wir uns gesteckt haben, schon erreichen können. Es wäre schön, im nächsten Jahr ein Endspiel im eigenen Stadion gegen den ETSV Weiche zu haben“, erklärte Holsteins Sportdirektor Andreas Bornemann. Für den Drittligisten aus der Landeshauptstadt, der wie der TSV Kropp nach gutem Saisonstart durchgereicht wurde, ist die Partie verdammt wichtig.

Kropps Co-Trainer betrachtet die Pokalpartie, mit der er sich „gedanklich eigentlich noch gar nicht beschäftigt hatte“, unter drei Gesichtspunkten. Auf den ersten Blick würde die Begegnung derzeit gar nicht zur Situation passen, weil „wir uns auf uns selbst konzentrieren müssen“. Auf den zweiten Blick wäre es für Martin Schmidt schon bedauerlich, wenn am Sonnabend zu erkennen ist, dass es plötzlich ja doch geht. Der dritte Betrachtungswinkel auf die Pokalpartie – und davon verspricht sich Schmidt am meisten – ist „mit ganz anderen Gedanken und ohne Druck“ ins Spiel zu gehen und möglicherweise eine sportliche Minimalchance zu haben. Ein Ausscheiden wäre für alle Verantwortlichen aber kein Beinbruch. Wichtig für Asmussen: „Die Mannschaft kann mit einer geschlossenen Leistung wieder Kredit zurückgewinnen.“

Für die Partie am Sonnabend im Stadion an der Norderstraße (14 Uhr) hoffen die Verantwortlichen in Kropp auf eine vierstellige Besucherzahl. 500 Karten sind schon mal nach Kiel gegangen. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr haben sich auch die Kieler Ultras angekündigt. Da stellt sich die Sicherheitsfrage, getrennte Fanblöcke sind im Gespräch. „Aber wir sind nicht der VfB Lübeck. Die Kieler Fans mögen uns, schließlich haben wir Lübeck aus dem Pokal geworfen“, vermutet Schmidt.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 07:45 Uhr

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