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Schleswiger Tafel : Mit warmen Füßen durch den Winter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In ihrer zweitägigen Schuhaktion stattet die Tafel über 60 Kinder mit neuen Stiefeln aus.

Anne Haß ist auf der Suche nach neuen Schuhen für ihre Tochter Maria. Wie rund 60 andere Kinder profitiert die Sechsjährige von der Winterschuhaktion der Schleswiger Tafel, bei der Mädchen und Jungen der Geburtsjahre 2002 bis 2008 für jeweils 30 Euro neue Schuhe bekommen.

Die Schuhe wurden über Spenden finanziert, die der NDR im vergangenen Jahr mit seiner Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ eingenommen hatte. Die Spendengelder in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro kommen zu 100 Prozent den norddeutschen Tafeln zugute. Die Winterschuhaktion der Schleswiger Tafel ist eines der Angebote, die nun über diese Gelder finanziert werden.

Der erste Termin für die Suche nach passendem Schuhwerk fand gestern bei Quick-Schuh im Stadtweg statt, der zweite ist heute im Schuhpark am Lattenkamp. Insgesamt lagen der Tafel 66 Anmeldungen vor. „Wir haben die Anmeldebögen bei unseren Ausgabestellen ausgeteilt und am letzten Donnerstag wieder eingesammelt“, erklärten Ingrid Ploog und Marion Hinrichsen. Beide engagieren sich schon lange für die Tafel – Marion Hinrichsen seit zehn Jahren, Ingrid Ploog ist im siebten Jahr dabei.

Eine der ausgegebenen Nummern hatte auch Anne Haß erhalten und schaute gestern nun um 11.40 Uhr im Laden vorbei. Notgedrungen war sie ohne ihre Tochter unterwegs: „Sie ist leider krank, das geht gerade rum.“ So wie ihr erging es auch anderen Eltern. „Zwei bis drei Familien mit kranken Kindern waren dabei. In den Ferien finden die das bestimmt nicht ganz so gut“, meinte Ingrid Ploog. So konnten die Füße der Kinder zwar nicht vermessen werden und es wird erst klar, ob die Schuhe passen, wenn die Eltern zu Hause ankommen, „aber sie können die Schuhe ja umtauschen“.

Anne Haß begab sich also zunächst alleine auf die Suche nach Schuhen der Größe 30, wurde aber auch mit Hilfe des Fachpersonals nicht fündig. Dabei hatte sich ihre Tochter Maria schon Stiefel ausgesucht und zurücklegen lassen, allerdings waren sie letztlich zu teuer. Und die Alternativen waren Haß zu jungenhaft – „die sind alle so dunkel“. Daher hatte sie am Ende nur Hausschuhe in der Hand, aber wenigstens in einer typischen Mädchenfarbe: Lila.

Die beiden Frauen von der Tafel drückten ein Auge zu, denn eigentlich lautet die Vorgabe, dass nur festes Schuhwerk – eben geeignet für die kalte Jahreszeit – über die Ladentheke wandern soll. „Bisher haben sich auch alle gut dran gehalten“, betonten sie. Besondere Vorliebe hätten sie dabei allerdings nicht entdecken können, alle Mädchen und Jungen seien bei den Boots bisher fündig geworden.

Der Großteil der 40 für gestern angemeldeten Familien war sehr zeitig unterwegs. Drei Nummern dagegen wurden am Ende gar nicht abgegeben, die Eltern waren nicht mit ihren Kindern erschienen. „Wer nicht kommt, hat Pech gehabt“, waren sich die beiden Frauen von der Tafel mit Sabine Forck von Quick-Schuh einig: „Das tut uns dann leid für die Kinder. Aber ein bisschen Eigeninitiative der Eltern darf man bei solch einer Aktion schon erwarten.“ Immerhin hätte man die Wahl zwischen zwei Terminen gehabt – einer am Vormittag, der andere am Nachmittag.

Dennoch zog Sabine Forck ein positives Fazit: „Unsere Zusammenarbeit mit der Tafel lief gut. Und die meisten Eltern sind dankbar für die Aktion – Schuhe sind ja auch wichtig.“ Daher begrüße sie auch persönlich die Aktion ganz besonders.

 

 

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erstellt am 21.Okt.2014 | 12:00 Uhr

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