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Gammellund : Mit Oldtimer und Pflug über den Acker

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

21 alte Trecker zogen am Wochenende über einen Acker zwischen Gammellung und Böklund.

Wer am Sonnabend von Böklund nach Gammellund fuhr, schaute von der Straße aus auf ein zirka sechs Hektar großes Feld, das grüne, blaue und rote nostalgische Oldtimer-Trecker akkurat durchpflügten. Kenner und Liebhaber der historischen Gefährte sahen in ihnen sofort die Modelle aus ihrer Kindheit – Deutz, Ferguson, Hanomag, Güldner, McCormick und Eicher aus den Baujahren der 1950-er, vorwiegend der sechziger, aber auch bis zu den achtziger Jahren. 21 Oldtimerbesitzer waren der Einladung der Oldtimerfreunde Treenetal zum gemeinsamen Pflügen nachgekommen und hatten sich auf dem abgeernteten Feld von Michel Jürgensen in Gammellund getroffen.

„Unsere Gäste haben sich von Simonsberg, Ahrenviöl und Loit mit ihren Treckern auf dem Weg gemacht“, berichtete Johannes Dierks, erster Vorsitzende der Oldtimerfreunde. „Unser entferntester Teilnehmer kam sogar mit seinem Eicher aus Jarplund-Weding“, machte Dierks auf die außergewöhnliche Begeisterung am gemeinsamen Oldtimertreffen und Pflügen aufmerksam. Denn in der Regel bewältigen diese Liebhaberstücke ihre Strecken mit nur um die 25 Stundenkilometer. Eine zugige Angelegenheit also. Umso schöner war es daher für alle, dass an diesem Tag die Sonne noch wärmte und für die Betrachter in ein schönes Licht rückte.

Idyllisch durchzogen dann 21 Oldtimer das Jürgensen-Feld und ließen hinter sich lockere, saftig-dunkle Erde zurück. Was den Laien beim Zusehen erschreckte, entlockte den Oldtimer-Experten ein verständnisvolles Lächeln: Die ersten Schlepper neigten sich doch arg nach rechts in die Furchen, so dass es wirkte, als würden sie umkippen. „Das ist zu Beginn ganz normal“, erklärte ein Fahrer. „Die Pflugscharen sind sehr unterschiedlich, deren Messer haben Größen von sechs bis höchstens 18 Zoll, hinterlassen also verschieden tiefe Furchen. Wir stellen erst noch die richtige Höhe ein, danach wird das Feld auch gleichmäßig durchpflügt sein“, beruhigte er. Wie beruhigend die Fahrt auf einem Oldtimer-Trecker sein kann, zeigte ein kleines Mädchen, das auf dem Beifahrersitz eines roten Oldtimers neben ihrer jungen Mutter saß und seelenruhig schlief.

„Wir haben nicht nur 93 Mitglieder in unserem Verein, es sind auch sehr viele junge Leute dabei“, erläuterte Dierks auf Nachfrage nach der Mitgliederstruktur der Oldtimerfreunde Treenetal. Und er wies auch auf das Frühjahrspflügen bei Nico Ewers im Mai des nächsten Jahres hin, das, so hofft er, wieder so gut besucht sein möge wie diese Veranstaltung. Spaß jedenfalls mache ihm seine Aufgabe als erster Vorsitzender der Oldtimerfreunde, die er erst Anfang 2015 „notgedrungen“ übernommen hatte, nachdem Peter Carstensen das Amt aus gesundheitlichen Gründen nach zehn Jahren an ihn abgetreten hatte. 

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