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Schleswig 06 : Mit neuem Team in ruhigere Gewässer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Uwe Holst ist neuer Vorsitzender von Schleswig 06. Der scheidende Vorstand um Dirk Mahnke zieht eine durchwachsene Bilanz.

Er wird in den nächsten Monaten einiges zu tun haben, der neue Vorstand von Schleswig 06, der am Montagabend bei der Jahresversammlung des Sportvereins gewählt wurde. Das wurde im Laufe der Veranstaltung immer wieder deutlich. Entsprechend nüchtern reagierte der neue Vorsitzende Uwe Holst auf seine Wahl. „Ich habe es mir nicht leicht gemacht, mich für diesen Posten zu entscheiden. Und ich möchte euch allen sagen: Wunder kann man von einem neuen Vorstand nicht erwarten“, richtete er sich an seine Vereinskameraden.

Die waren auffallend zahlreich ins Clubheim am Schützenredder gekommen. Es mussten sogar Stühle nachgeholt werden, um allen der mehr als 60 Gäste einen Sitzplatz anbieten zu können. Diese lauschten schließlich zunächst dem Bericht des scheidenden Vorsitzenden Dirk Mahnke, der seinen letzten Auftritt an der Spitze des Vereins nutzte, um noch einmal Bilanz seiner Amtszeit zu ziehen – und gleichzeitig einige Missstände anzusprechen. Zwar habe der Vorstand unter seiner Regie demnach auch Erfolge zu verzeichnen. So sei etwa die Mitgliederzahl des Vereins von 650 im Sommer 2015 auf nun 731 angestiegen. Auch die Zusage der Stadt, das Vereinsheim für rund 200  000 Euro zu sanieren, sei eine gute Nachricht. Gleichzeitig sagte Mahnke mit Blick auf einige gescheiterte Projekte, wie etwa die Einberufung eines Finanz- und Marketingausschusses oder die Umgestaltung der Vereinssatzung, aber auch: „Unser persönlicher Idealismus und Enthusiasmus für die ehrenamtliche Tätigkeit in einem Sportverein wurde von einigen Personen und Mitgliedern nicht geteilt.“ Auch mit seinem Vorstoß einer möglichen Fusion mit einem anderen Schleswiger Sportverein sei er gescheitert. Diese Idee habe er bereits 1995 erstmals offen angesprochen. „Da hat man mich als Träumer und Spinner bezeichnet – heute sind diejenigen, die diesen Punkt nicht sehen wollen, in meinen Augen die Träumer.“ Denn eine Fusion bringe mit Blick auf die demographische Entwicklung mehr Vor- als Nachteile. „Allerdings muss sie gewollt sein. Tradition hin oder her“, sagte Mahnke in Richtung seiner Kritiker.

Auffallend nüchtern leitete der alte 06-Vorstand um (hinten v.l.) Peter Paustian, Dirk Mahnke und Sigrid Fischer-Muske seine letzte Jahreshauptversammlung.
Auffallend nüchtern leitete der alte 06-Vorstand um (hinten v.l.) Peter Paustian, Dirk Mahnke und Sigrid Fischer-Muske seine letzte Jahreshauptversammlung. Foto: wim
 

Dass in den vergangenen Jahren im Verein nicht alles rund gelaufen ist, wurde auch beim Kassenbericht von Sigrid Fischer-Muske deutlich, die sich ebenfalls nicht wieder zur Wahl stellte. Während sie zum Ende ihres Vortrags noch sehr allgemein erklärte, „dass manchen Vereinsmitgliedern die Tragweite einer unkorrekten Kassenführung offenbar nicht bewusst ist“, wurde Kassenprüfer Uwe Jacobsen schon deutlicher. Er äußerte offen Kritik an der Handballsparte des Vereins, da diese mehrere Belege für Ausgaben (dabei geht es um rund 9000 Euro) nicht geliefert und auch nicht nachgereicht hätte. Da die Kassenführung insgesamt jedoch nicht zu beanstanden sei, beantragte er die Entlastung des Vorstandes – mit Ausnahme der Handballabteilung. Bei sechs Enthaltungen stimmten die Mitglieder für Jacobsens Antrag.

Mehrere Enthaltungen gab es dann auch bei den Wahlen. Uwe Holst, bereits Vor-Vorgänger von Mahnke, wurde bei vier Enthaltungen gewählt. Bei seinem neuen Stellvertreter Thorben Wollesen (auch Peter Paustian stellte seinen Posten ebenso wie den des Badminton-Spartenleiters zur Verfügung) enthielten sich vier, bei dessen Bruder Lars, der künftig Kassenwart ist, acht Mitglieder. Die 23 und 24 Jahre alten Handballer, die beide bei der Nospa arbeiten, waren für viele Anwesende überraschend für die Posten vorgeschlagen worden. Als einer der wenigen blickte Thorben Wollesen allerdings optimistisch in die Zukunft: „Dieser Verein hat viel Potenzial. Wir schaffen das schon.“

Ein positives Signal wollte dann auch noch einmal Alt-Präsident Hans-Joachim Bernotat, der als Wahlleiter fungierte, setzen: „Allen, die etwas anderes behaupten, sei gesagt: Schleswig 06 hat keine Krise. Denn all das, was hier passiert, sind normale Vorgänge, wie es sie bei anderen Vereinen auch gibt.“ Auf eine Verabschiedung des alten Vorstandes – etwa mit Handschlag oder Blumen – wurde allerdings verzichtet.

 

 

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erstellt am 13.Apr.2016 | 07:26 Uhr

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