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Sörup : Mit Hilfe in die Selbstständigkeit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das St. Nicolaiheim hat in Sörup eine Wohnanlage für Menschen mit psychischen Behinderungen eröffnet.

Sörup | Hinter einer Tür erklingt Klaviermusik. Das Instrument bildet den Mittelpunkt der Wohnstube von Joachim Wanzlick. Eine psychische Erkrankung hat die berufliche Karriere des Musikers und Klavierstimmer, der unter anderem für Udo Jürgens gearbeitet hat, vor einigen Jahren beendet. Wegen seiner Erkrankung zog er aus seiner kleinen Flensburger Wohnung in eine betreute Wohneinrichtung in Neukirchen. Seit wenigen Wochen ist Joachim Wanzlick jetzt Bewohner im Haus „Godewind“, einer Wohnanlage aus fünf Wohneinheiten für Menschen mit psychischer Behinderung in Sörup.

Bauherr und Betreiber der Wohnanlage am nördlichen Söruper Ortsrand ist das St. Nicolaiheim Sundsacker in Kappeln, zu dem auch die Kappelner Werkstätten gehören. „Wir haben Sörup wegen seiner Infrastruktur bewusst als Standort für das Haus Godewind gewählt“, erzählte Geschäftsführer Stefan Lenz bei einer kleinen Einweihungsfeier. Neben dem Gesamtbereich Gesundheit und den ansässigen Geschäften war es insbesondere der Bahnanschluss, der den Ausschlag gab, in Sörup zu investieren. „Mobilität ist ein wichtiger Baustein für ein selbstbestimmtes Leben“, unterstreicht Hartwig Neigenfind von der Hausleitung. Die Fahrt zur Arbeit und der Besuch von Kultur- und Freizeitveranstaltung werden erst durch eine gute Infrastruktur ermöglicht.

Sei es in der Vergangenheit die Regel gewesen, dass für Bewohner von Behinderteneinrichtungen alles geregelt wurde habe sich dies geändert, berichtet der Bereichsleiter der Werkstätten, Holger Arff. „Ziel ist es heute, dass die Kappelner Werkstätten den behinderten Menschen helfen, ihr Leben selber zu gestalten.“ Die Wohnstätte „Godewind“ sei auf diese Vorgaben ausgelegt. In den vier Wohngruppen leben jeweils in einem eigenen Haus fünf Personen. Das Haus hat Gemeinschaftseinrichtungen wie Küche, Hauswirtschaftsraum und Gemeinschaftsraum. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer mit einem Sanitärbereich. Wurde früher für die Bewohner gekocht, bekommt jetzt jeder sein Verpflegungsgeld ausgezahlt und kann nach seinem Geschmack und seinen Bedürfnissen einkaufen. In den Wohngruppen wird gemeinsam gekocht, aber jedes Mitglied der Wohngruppe kann auch für sich alleine kochen. Kühlschrank und Schränke stehen für jeden Bewohner einzeln zur Verfügung.

Hilfe zur Eigenständigkeit heißt hier, selbstbewusst in der Gemeinschaft zu leben, und als Ziel steht ein Leben in einem Umfeld außerhalb der Wohnstätte. „Wir sind stolz auf diese Einrichtung“, hob der stellvertretende Bürgermeister Günter Nissen hervor und ergänzte, dass derartige soziale Einrichtungen den Ort bereichern.

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erstellt am 23.Jun.2017 | 14:09 Uhr

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