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Schleswiger Nachrichten

12. Dezember 2017 | 22:58 Uhr

Dörpstedt : Mit der Planierraupe durchs Moor

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein Eigentümer hat bei Arbeiten auf seinem Grundstück im Dörpstedter Moor auch Grund und Boden der Stiftung Naturschutz beschädigt.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 18:00 Uhr

Die gesamte Grasnarbe einschließlich der Pflanzen und Bäume mit Wurzeln hat er aus dem Boden gerissen und an den Seitenrändern abgelegt. Ein Eigentümer eines Grundstückes im Dörpstedter Moor hat mit schwerem Gerät – einem Raupenfahrzeug oder Trecker – eine zirka 650 Meter lange, 15 bis 25 Meter breite Schneise in die Vegetation des Moores geschlagen. Auch der gemeindeeigene Weg zum Moor wurde freigelegt und das Nachbargrundstück, das sich im Besitz der Stiftung Naturschutz befindet, beschädigt.

Erst vor ein paar Tagen wurde Bürgermeisterin Inka Gottburg-Heuer durch Bürger auf die Zerstörung hingewiesen. Da war der Umweltschutztrupp beim Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Nord längst durch einen Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz informiert worden, die Information jedoch nicht bis zur Bürgermeisterin durchgedrungen.

Nach dem Bundes- und dem Landesnaturschutzgesetz ist das Dörpstedter Moor geschützt. Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung des Biotopes führen können, sind verboten. „Der Verursacher hat nicht nur seinen Grundstücksanteil (ein Streifen von zirka 600 mal sieben Metern), sondern auch das gesamte Nachbargrundstück beschädigt. Es ist ein großer Eingriff in die Natur. Es kann so nicht belassen werden“, sagte Michael Mielke von der Außenstelle des Landesamtes für Natur und Umwelt des Landes in Bergenhusen.

Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen strafrechtlicher Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz ein. Die untere Naturschutzbehörde des Kreises erhielt am nächsten Tag auf dem Dienstweg von dem Vorgang Kenntnis.

Motivation für die Baggerarbeiten war ein geplanter Verkauf des Grundstückes durch den Eigentümer. Der Verursacher der Schneise selbst teilte auf Nachfrage mit: „Das Grundstück habe ich geerbt und 67 Jahre wurde hier nichts dran gemacht. Jetzt möchte ich es verkaufen und habe es freigeräumt und das abgeräumte Gut nur zur Seite geschoben, so dass mein Grundstück begehbar und sichtbar ist. Die Grenzdaten habe ich vom Katasteramt und vom Nachbarn erhalten.“ Er sei der Meinung, dass das Grundstück nicht unter Schutz stehe und wolle es bis zum Verkauf auch weiterhin mähen und pflegen.



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