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Süderbrarup/Schuby : Mit der Krebs-Selbsthilfe zu Energie und neuem Lebensmut

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Krebs-Selbsthilfe des Roten Kreuzes in Süderbrarup besteht seit 30 Jahren – und hat schon vielen Menschen geholfen.

von
erstellt am 16.Mär.2016 | 07:41 Uhr

„Mir hat einmal eine Teilnehmerin gesagt, bei unseren Treffen würde mehr gelacht als bei einer Konfirmations-Nachfeier.“ Die Krebs-Selbsthilfegruppe des DRK in Süderbrarup besteht nun schon seit 30 Jahren – und obwohl die Krankheit bei diesen zweimal im Monat stattfindenden Zusammenkünften im Mittelpunkt steht, drehen sich die Gespräche längst nicht nur um Probleme. „Wir laden zwar fast immer Referenten ein, aber es gibt immer genügend Raum für persönliche Gespräche und Schnack“, sagt Annegret Restorff, die eine der Gruppen in Süderbrarup betreut.

Die Diagnose Krebs trifft die meisten Menschen unvorbereitet und schockiert zutiefst. Häufig dauert es danach einige Zeit, ehe es gelingt, die Wahrheit zu begreifen. Dann muss ein Weg gefunden werden, mit der Krankheit zu leben, ein Weg, der Mut macht und Kräfte wachsen lässt. Dafür, so heißt es in einer Broschüre des DRK, braucht man andere Menschen: Für Gespräche und Fragen, um Verständnis zu finden und Informationen zu bekommen. „Ich habe immer wieder erlebt, dass Menschen durch die Selbsthilfegruppen Mut und neues Selbstbewusstsein gefunden haben. Es geht natürlich darum, sich mit der Krankheit auseinander zu setzen, und es kann auch leidvolle Momente geben. Aber ganz überwiegend ist es erleichternd, von den Erfahrungen der anderen zu profitieren“, sagt Christel Schmahl-Ruhz vom Landesverband.

Eine Auffälligkeit in den Selbsthilfegruppen, die es in Süderbrarup, Schuby und Großenwiehe gibt: Es kommen fast nur Frauen. „Das ist landesweit so zu beobachten“, berichtet Christel Schmahl-Ruhz, „Männer tun sich offenbar etwas schwerer damit, in der Gruppe über sich selbst zu sprechen.“

Dabei wird alles dafür getan, um den Einstieg in die Selbsthilfe so einfach wie möglich zu gestalten. Die erste Regel lautet: Was in der Gruppe gesprochen wird, bleibt auch in der Gruppe. Die Teilnehmer müssen absolut sicher sein, dass alles vertraulich behandelt wird. Schließlich geht es in den Gesprächen teilweise um sehr persönliche Angelegenheiten.

Die Leiterinnen der Gruppen bieten vor dem ersten Treffen ein Gespräch unter vier Augen an, um über Bedenken zu sprechen und eine eher familiäre Atmosphäre zu schaffen.

Die Aufgabe eines problemlosen Einstiegs in die Selbsthilfe haben auch Kochkurse im Frühjahr und im Herbst. Hier treffen sich Betroffene und Angehörige, ohne dass die Krankheit gleich im Vordergrunde steht.

Die Gruppenleiterinnen legen Wert auf die Feststellung, dass sie keine Therapeuten sind – aber sie sind zum Teil selbst betroffen und besitzen das entsprechende Einfühlungsvermögen. „Darüber hinaus ist das Schulungs- und Fortbildungsprogramm des DRK umfangreich. Es reicht von Tipps im Umgang mit Gruppen über Dialogübungen bis hin zu Entspannungstraining.

„Die Gruppen geben vielen Menschen neuen Lebensmut und Energie. Ich kann den an Krebs erkrankten Menschen nur raten, das Angebot anzunehmen“, sagt Kirsten Schmidt Holländer, die die Krebs-Selbsthilfe des DRK im Kreis koordiniert.

Die Süderbraruper Gruppe feiert ihr 30-jähriges Bestehen am 27. April, einem Mittwoch, im Bürgerhaus. Mit dabei ist dann auch Lotti Möller, die zu den Gründungsmitgliedern gehörte.

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