Schleswig : Mit dem Zeugnis auf der Flucht: Familie will unerkannt bleiben

Im ICE fuhr der Junge bis nach Basel.
Im ICE fuhr der Junge bis nach Basel.

Über den zehnjährigen Jungen, der wegen einer Drei im Zeugnis von Schleswig nach Basel fuhr, sind nun ein paar weitere Details bekannt.

shz.de von
25. Juli 2017, 07:51 Uhr

Der Zehnjährige, der in Schleswig in die Eisenbahn stieg und bis Lörrach am Rhein kam und der damit am Wochenende bundesweit Schlagzeilen machte – so gern man mehr über die Hintergründe seiner Geschichte erfahren möchte, etwa über den Mut des Jungen, über seine Pfiffigkeit beim Erlangen des Bahntickets, aber auch über die Sorgen seiner Eltern, die am Tag seines Verschwindens eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatten, bleibt es doch dabei: Die Familie möchte unerkannt bleiben. Das teilte gestern eine Sprecherin der Bundespolizei auf Nachfrage mit. Dennoch wurden einige Details bekannt. Der Zehnjährige und seine Familie, die in Schleswig lebt, stammen aus Afghanistan. Nachdem das Kind am Freitagabend kurz vor 23 Uhr an der Grenze zur Schweiz von deutschen Bundespolizisten aus dem ICE 1171 geholt worden war, verbrachte es die folgende Nacht im Polizeirevier Lörrach. „Unsere Beamten haben sich rührend um den Jungen gekümmert, mit ihm gespielt und ihm zu essen gegeben“, sagte die Polizeisprecherin. Am nächsten Tag sei dann der Vater eingetroffen, um ihn abzuholen, „mehr wissen wir über ihn nicht, denn er sprach nur wenig Deutsch.“ Der Zehnjährige hatte sich am Freitagmittag nach der Zeugnisvergabe auf den Weg zum Schleswiger Bahnhof gemacht – weil er wegen einer Drei die Flucht antreten wollte.

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