Aus der SN-Jugendredaktion : Mit dem Rolli in luftiger Höhe

Nichts für Menschen mit Höhenangst: Tyll Reinisch ist auf den Rollstuhl angewiesen – den Kletterpark in Leck hat er trotzdem gemeistert.
Nichts für Menschen mit Höhenangst: Tyll Reinisch ist auf den Rollstuhl angewiesen – den Kletterpark in Leck hat er trotzdem gemeistert.

Jugendredaktions-Mitglied Tyll Reinisch hat sich im Hochseilgarten auf ein ganz besonderes Abenteuer eingelassen.

shz.de von
18. Juli 2015, 07:17 Uhr

Manche Aktionen sind unmöglich, andere schon nicht mehr. Wenn man im Rollstuhl sitzt, muss man sich oft anpassen, manchmal ganz verzichten. Letzteres gilt nun nicht mehr für das Klettern, zumindest nicht in Klettergärten. In Leck gibt es seit ein paar Jahren einen Kletterpark, den man auch mit dem Rollstuhl bezwingen kann. Die Idee dieser durchaus speziellen Art der Barrierebewältigung kam den Gründern Detlef Fischer und Hans-Günter Lund bei einer Tasse Kaffee. Dabei ist der Rolli-Parcours nur ein Teil des Klettergartens, eben jenen konnte ich nun aber kennenlernen.

Ist es für mich normal schon etwas Besonderes, die Welt im Stehen aus 1,70 Meter zu sehen, ging es nun mit einer Art Flaschenzug einige Meter in die Höhe. Von der 45 Quadratmeter großen Plattform geht es fortan, stets gesichert, über verschiedene Hindernisse. Leichte Höhenunterschiede oder mehre Wippen zu überwinden, ist dort in luftiger Höhe die Aufgabe. Für Leute mit Höhenangst ist der Abschnitt, der lediglich aus zwei Balken besteht und in der Mitte den Blick auf den Waldboden gewährt, wohl nicht geeignet. Die permanente Sicherung und der Holzboden, der auch bei Nässe nicht rutschig wird, verleihen einem zum einen trotzdem das Gefühl von Sicherheit und zum anderen die Möglichkeit, den Rollstuhl auch mal zu vergessen.

Als besonderes Erlebnis lässt sich auch die Seilrutsche hervorheben. Mit dem Rollstuhl, sicher angeleint, fährt man in rasantem Tempo dem sicheren Boden entgegen. Wer dieses Erlebnis nachempfinden möchte, kann sich gleich vor Ort einen Rolli leihen. Oder man klettert den normalen Parcours, der auch für die Fußgänger mit einer Seilrutsche endet.

Durch die starken Stürme in den letzten Jahren in der Bauplanung zurückgeworfen, bietet der Klettergarten „Filu“ in Leck bereits ein tolles Potenzial, seine eigenen Grenzen neu zu definieren. Auf eine vorerst einzigartige Art und Weise.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen