Kropp : Mit dem Bienenroboter programmieren lernen

Mit Feuereifer erkunden die Schüler der Klasse 4b der Geestlandschule den Elektronik-Bausatz vom „Mobilen Makerspace“.
Mit Feuereifer erkunden die Schüler der Klasse 4b der Geestlandschule den Elektronik-Bausatz vom „Mobilen Makerspace“.

Das Projekt „Mobiler Makerspace“ wurde in Kropp vorgestellt.

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04. Februar 2018, 07:00 Uhr

Konzentriert sitzen Kathleen (10) und Mathis (9) in der Kropper Bücherei, wo sie vor sich auf dem Boden eine Karte mit Buchstabensalat ausgebreitet haben. Darauf steht der „Bee-Bot“, ein schwarz-gelber Bienenroboter mit roten Pfeilen auf dem Rücken, die in alle vier Himmelsrichtungen zeigen. Wenn die Kinder den Bienenroboter per Knopfdruck richtig programmieren, ergibt seine Route auf der Karte ein zusammenhängendes Wort wie „Torte“. Das macht nicht nur Spaß, sondern trainiert analytisches und vorausschauendes Denken. Am Anfang sei das Programmieren schwierig gewesen, so Kathleen: „Doch wenn man es erklärt bekommt, geht es gut.“

Der „Bee-Bot“ ist ein Bestandteil des landesweiten Projekts „Mobiler Makerspace“ der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, das in Kropp Auftakt feiert. Neben dem Bienenroboter umfasst der „Mobile Makerspace“ sechs weitere technische Geräte wie Lernroboter und Elektronik-Bausätze. Hinzu kommen Tablets und ein Schneideplotter, der Vorlagen aus verschiedenen Materialien ausschneidet. „Wir haben darauf geachtet, dass alles leicht zu bedienen ist“, erklärt Projektkoordinatorin Monika Voß. Mit dem Set können Kinder unterschiedlicher Altersgruppen spielerisch mit Technik und Naturwissenschaften experimentieren und kreativ werden.

„Ich bin ein bisschen neidisch, dass ich das als Schüler nicht machen konnte“, meint Kultur-Staatssekretär Oliver Grundei, der gleich drei „Mobile Makerspace“-Sets mit im Gepäck hat. Die Gesamtkosten von 13 800 Euro – 4600 Euro pro Set – übernimmt das schleswig-holsteinische Kulturministerium im Rahmen der Projektförderung für Innovationen in öffentlichen Bibliotheken. Die Sets werden in der Leihverkehrs- und Ergänzungsbibliothek in Flensburg ihren Standort haben und können ab sofort von Büchereien im ganzen Land für zwei bis acht Wochen ausgeliehen werden. Auf diese Weise sollen insbesondere kleinere Büchereien wie die in Kropp profitieren.

Dank des innovativen Angebots sei man ein Stück weit Vorreiter – auch für die Städte, so Heinz-Jürgen Lorenzen, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein. Im digitalen Zeitalter würden sich Bibliotheken öffnen und zum „Makerspace“ – zum „Raum der Macher“. Damit leisteten sie einen Beitrag zur Chancengleichheit, die immer wichtiger werde, sagt Bürgermeister Stefan Ploog. Denn hier könnten sich Kinder in zwangloser Atmosphäre einfach ausprobieren – „ohne den Druck der Lehrer oder Eltern“.

In Kropp haben übrigens nicht nur die Geestlandschüler der Klasse 4b ihre Freude an der digitalen Technik. Auch die Erwachsenen verfolgen gebannt, wie der kleine, blaue „Dash“-Spielroboter mit einer Tablet-App zum Leben erwacht und per Fernsteuerung zwischen Bücherregalen herumfährt.

Ziel sei es, dass die Büchereien Erfahrungen mit dem „Mobilen Makerspace“ sammelten, erklärt Projektkoordinatorin Monika Voß. Im Anschluss werde man dann einen Ideenpool zusammenstellen.

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