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Nach der Kirchen : Mit Bauchtanz und Gebet in die Nacht

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die „Nacht der Kirchen“ war im Kreis Schleswig-Flensburg ein voller Erfolg. Der Kirchenkreis SL-FL zählte mehr als 3000 Teilnehmer in rund 60 Veranstaltungen.

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erstellt am 21.Sep.2014 | 17:17 Uhr

Aufgeregte Kinder, andächtige Stille, fröhliche und meditative Musik sowie Vorträge, Kirchenführungen, Poesie, Menschen beim Essen und Tänze: Bei der ersten Nacht der Kirchen am Sonnabend war Kirche in all ihrer Vielfalt und Buntheit zu erleben. Weit mehr als 3000 Menschen hatten sich nach Auskunft des Kirchenkreises auf den Weg gemacht, das Programm der fast 60 teilnehmenden Kirchengemeinden und Einrichtungen zu hören, zu sehen, zu fühlen und zu schmecken.

Im Schleswiger St.-Petri-Dom sorgten Kerzen für warmes Licht. Der Posaunenchor der Domgemeinde begrüßte die Besucher, die dem Alltagstrubel entfliehen konnten. Ruhig vorgetragen waren auch die Texte von Pastor Joachim Thieme-Hachmann in „Nachtgedanken – der Töne Licht“ zu den Orgeltönen von Rainer Selle. Mit der „Sternenkunde“ des Adam Olearius und der interaktiven Lesung „Weißt du, wie viel Sterne stehen?“, die Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski vorbereitet hatte, ging es mit rund 300 Besuchern in die Nacht.

Ein Höhepunkt war die Wanderung durch die Dachgewölbe des Doms. Teelichter auf den Treppenstufen wiesen den Weg. Wer unsicher war, den nahm Dompastor Michael Lübbers mit Zuspruch an die Hand - hinauf in die drei Stockwerke hohe hölzernen Dachkonstruktion, deren Eichenbalken rund 500 Jahre alt sind. Sie wurden beeindruckend in Szene gesetzt von hunderten LEDs. Wer vor lauter Staunen am Ende den Anschluss an den Pastor verlor, der wurde von den Jugendlichen des „Freedom-Teams“ auf die rechte Spur durch das hölzerne Labyrinth gebracht. Nach der Mitternachtssuppe mit „Nudelsternen“ warteten die Jugendlichen am Lagerfeuer im Innenhof des Schwahls auf den neuen Tag.

In Haddeby waren die Besucher vor allem von der offenen Feldschmiede, die Schmiedemeister Carl-Lorenz „Charly“ Munnecke aus Struxdorf präsentiere, begeistert. Mit Unterstützung des Handwerkers verwandelten die Besucher Thorshammer zu Kreuzen – versehen mit Initialen und Lederband.

Einige Kirchengemeinden hatten ihr Programm als Region präsentiert, so beispielsweise die nördliche Geest, die eine Vielzahl von Chören und Musizierenden in die Handewitter Kirche eingeladen hatte. Mit fast 400 Gästen „ein voller Erfolg“, wie Pastor Wolfgang Drews zusammenfasst. Ein gemeinsames Programm präsentierte auch die Region Stapelholm, in der die Menschen der drei Kirchengemeinden Erfde, Bergenhusen und Stapelholm zu einer Pilgertour eingeladen waren, begleitet von je einer Aktion in jeder Kirche. Auch die Region Nieharde hatte das Programm gemeinsam gestaltet. So konnten die Besucher dort beispielsweise und einen Taizé-Gottesdienst erleben und die Ehefrau von Martin Luther, Katharina von Bora, treffen, die aus ihrem Leben erzählte.

Auf besondere Weise wurde das Motto „Sternenglanz“ auch in Böklund umgesetzt: Ein Familienvater hatte einen dreiteiligen Sternenhimmel aus Holzplatten und Lichterketten geschaffen, die im Altarraum zu neun bekannten Sternbildern angeordnet waren.

Einen Schwerpunkte auf Angebote für junge Familien mit Kindern hatte die Gemeinde der Friedenskirche in Flensburg-Weiche gelegt, die zum Puppentheater und anschließendem Sterne-Basteln einlud. „Es ist beeindruckend, wie vielfältig und kreativ die Kirchengemeinden das Motto Sternenglanz aufgenommen haben“, sagte die Flensburger Pröpstin Carmen Rahlf. „Mit der Nacht der Kirchen haben wir Menschen angesprochen, ihre Kirche neu und anders zu erleben. Für viele, die sonst wenig mit Kirche zu tun haben, war es reizvoll, die unterschiedlichen Ausdrucksformen religiöser oder anderer Themen zu erleben.“

Ein Musikerlebnis der besonderen Art bot St. Nikolai zu Flensburg, wo Richard Wester und Michael Mages gemeinsam zu einer Installation der Lichtkünstlerin Gisela Meyer-Hahn in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche musizierten. Bandmusik und Bauchtanz waren in der Kirchengemeinde Eggebek-Jörl im „erotischen Gottesdienst“ zu erleben. Mit den Worten „Freut Euch des Lebens“, lud Pastorin Susanne Schildt ein, „die Lebendigkeit und Liebe des Lebens zu feiern“.

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