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Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 00:35 Uhr

Treia : Mit 61 Neustart bei der Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Elmar Berg ist neu bei der Freiwilligen Feuerwehr in Treia – er unterscheidt sich deutlich von den meisten anderen Anfängern.

„Ich nehme meine Aufgaben hier sehr ernst und ich bin mir auch der Verantwortung bewusst, die ich trage“, erklärt Elmar Berg, „aber ich würde es nicht tun, wenn es mir keinen Spaß machen würde“. Erst Ende des vergangenen Jahres ist der Treianer in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten und ist seitdem mit viel Engagement und Wissensdurst dabei, sich in die neue Thematik einzuarbeiten. Im Mai beginnt er mit der Truppmann-Ausbildung, dem Basis-Lehrgang für Feuerwehrleute. „Den nötigen technischen und fachlichen Background zu haben, ist mir sehr wichtig, schließlich möchte ich wissen, was und warum meine Kameraden etwas tun“, betont er. Darin unterscheidet er sich kaum von den 17 Neuzugängen, die nach der sehr erfolgreichen Nachwuchsoffensive der Treianer Feuerwehr alle im vergangenen Jahr eingetreten waren. Einen Unterschied gibt es dann aber doch, denn im Gegensatz zu seinen jungen Kameraden hat Elmar Berg mit seinen 61 Jahren das durchschnittliche Eintrittsalter längst überschritten.

Den ersten engeren Kontakt zur Feuerwehr bekam Elmar Berg, als sein Nachbar ihn bat, die Übungsabende mit seiner Kamera zu begleiten. „Sie wünschten sich ein paar gute Fotos und da ich gerne fotografiere, habe ich diesen Part übernommen“, erinnert er sich. Eineinhalb Jahre fotografierte er Übungen zur technischen Hilfe und verschiedenen Bränden, bis der stellvertretende Wehrführer Stephan Peltzer ihn fragte, ob er sich vorstellen könnte, als aktives Mitglied mitzuarbeiten. „Mir schoss gleich die Frage durch den Kopf, was ich in meinem Alter noch großartig beitragen könnte. Atemschutzgeräte-Träger kann ich ja kaum noch werden“, sagt er schmunzelnd. In der Tat erfordert die Arbeit unter Atemschutz besondere Fitness. Aber auch die Frauen und Männer in der vordersten Reihe brauchen jemanden, der am anderen Ende des Schlauchs das Wasser auf- und wieder zudreht. „Ich kann im Hintergrund viele Aufgaben übernehmen und meine Kameraden können sich derweil auf den Brand oder die technische Hilfe konzentrieren“, erklärt er.

Stephan Peltzer sieht seinen neuen Kameraden vor allem als rechte Hand der Wehrführung, denn im Einsatz, kann er bei der Kommunikation zwischen Einsatzleitung und den Kameraden mitwirken. „Es gibt zahlreiche Aufgaben im rückwärtigen Raum, mit denen die Kameraden unterstützt werden können“, weiß der stellvertretende Wehrführer, „dabei sind die körperlichen Voraussetzungen zweitrangig. Viel wichtiger sind an dieser Stelle Lebenserfahrung und Weitsicht – und da können wir von Elmars Alter durchaus profitieren“. Darüber hinaus wird er die Feuerwehr bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. „Wir möchten bei Facebook und Co. sichtbarer werden und eine Homepage einrichten“, erklärt er. „Fotomaterial habe ich ja reichlich.“

So rasch, wie die Aufgabenpalette wuchs, so schnell schmolzen die Bedenken, ob ein Kamerad im fortgeschrittenen Alter überhaupt einen wertvollen Beitrag leisten kann. „Eine Karriere bei der Feuerwehr strebe ich natürlich nicht mehr an“, stellt er klar, „aber ich möchte die Feuerwehr aktiv mit meinen Fähigkeiten unterstützen und mich dort einsetzen, wo es sinnvoll ist.“ Das kann er laut Feuerwehrgesetz, bei guter gesundheitlicher Verfassung, übrigens durchaus noch bis zu seinem 67. Lebensjahr tun. Seinen alten Lkw-Führerschein aus Bundeswehrzeiten hat er sich schon mal umschreiben lassen und die dazu nötige ärztliche Untersuchung bestanden. Im Notfall könnte er damit sogar das Löschfahrzeug fahren. „Das Fahren des HLF ist allerdings nicht ohne und erfordert eine umfangreiche Einweisung und viel Übung. Das können meine jungen Kameraden besser“, gibt er gerne zu, „aber einmal fahren – das möchte ich schon gerne“.

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