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Schleswiger Nachrichten

21. Oktober 2017 | 03:26 Uhr

Treia : Mit 20 Jahren in die Kommunalpolitik

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bei der Gemeinderatswahl im Mai verpassten Ida Sieh (21) und Lis Jessen (20) den Einzug ins Ortsparlament von Treia – nun arbeiten sie in Ausschüssen mit

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2013 | 00:33 Uhr

„Wir würden uns freuen, wenn mehr junge Leute unserem Beispiel folgen würden“, sind sich Ida Sieh (21) und Lis Jessen (20) einig. Die jungen Frauen ließen sich bei der letzten Kommunalwahl aufstellen und erzielten gute Ergebnisse, auch wenn es für einen Sitz in der Gemeindevertretung nicht reichte.

„Mich hat Gemeindepolitik bereits während meiner Schulzeit sehr interessiert und ich habe die Möglichkeit gern genutzt, Einblick in die Arbeit der Gemeindevertretung und der Ausschüsse zu nehmen. Das mag auch daran liegen, dass mein Vater Claus Jürgen Sieh bereits fünf Jahre in der Gemeindevertretung tätig ist und auch schon vorher in verschiedenen Ausschüssen mitwirkte. Bei uns zu Hause wird viel über Politik gesprochen, offenbar bin ich davon infiziert worden“, erklärt Ida Sieh, die ihr Abitur in Schleswig ablegte und jetzt in Kiel Agrarwissenschaft studiert.

„Das ist bei uns ähnlich“, ergänzt Gymnasiastin Lis Jessen, Schülerin der A.P.-Møller-Skolen in Schleswig. „Mein Vater Udo Jessen engagiert sich vielfältig in der dänischen Minderheit. Außerdem ist er Vorsitzender des Dänischen Kulturvereins und des SSW.“

Eine Bewerbung derart junger Kandidaten wie bei der letzten Kommunalwahl hatte es in Treia bisher noch nicht gegeben. Lis kandidierte für den SSW, der seit Jahrzehnten bereits mit einem Mandat im Gemeindeparlament vertreten ist. Sie war an zweiter Stelle aufgeführt und schaffte es auf Anhieb, mit 76 Stimmen bis auf vier Stimmen an den Spitzenkandidat Michael Rüscher heranzukommen. Das war ein tolles Ergebnis für sie.

Ida kandidierte wie ihr Vater für die Freie Wählervereinigung Treia. Beide trugen mit ihrem hohen Stimmenanteil dazu bei, dass die Wählervereinigung bei der letzten Wahl die meisten Stimmen erhielt. Ida kandidierte an siebter und damit letzter Stelle, erreichte aber mit 215 Stimmen den vierten Platz und damit ebenfalls ein hervorragendes Ergebnis.

„Solange wir wählen dürfen, beteiligen wir uns selbstverständlich an jeder Wahl“, sagt sie. Dass dieses Recht nicht von jedem Wahlberechtigten wahrgenommen wird, bedauern die beiden jungen Frauen. Nur mit der Abgabe ihrer Stimme könne etwas bewirkt werden.

Beide leben von Geburt an in Treia, beide wuchsen in Familien mit jeweils drei Kindern auf. Sie fühlen sich wohl in ihrer Heimat, lieben Land und Leute.

Ida, sie wuchs auf einem Bauernhof auf, nutzt jedes Wochenende und jede Möglichkeit, um nach Hause zu kommen. Ihre Liebe zu den Tieren und den landwirtschaftlichen Arbeiten führte sie im Jahr 2011 nach Neuseeland. Dort hat sie in einer „tollen Familie“, wie sie sagt, sechs Monate in der Landwirtschaft verbracht und dabei ein anderes Land kennen und schätzen gelernt. Außerdem erwarb sie den Jugendgruppenschein. Jetzt kehrte sie von einem achtwöchigen Praktikum auf einem landwirtschaftlichen Betrieb am Jadebusen in Niedersachsen zurück, um an der ersten Sitzung des Ausschusses für Kultur und Sport teilnehmen zu können. An diesem Abend wird sie von dem Ausschussvorsitzenden als bürgerliches Ausschussmitglied verpflichtet.

Dies hat Lis schon hinter sich, sie gehört als bürgerliches Mitglied dem Ausschuss für Dorfgestaltung und Pflege an.
Außerdem ist sie Schülerbotschafterin an ihrer Schule und besucht in dieser Eigenschaft Schulen in Dänemark und in Deutschland, um über die Geschichte und Identitätsfragen zu informieren und zu diskutieren. Außerdem gehört sie seit ihrem 13. Lebensjahr der Treianer Jugendfeuerwehr an. „Dort war ich mit Begeisterung zunächst als Ausbilderin tätig, jetzt macht mir der Posten als Betreuerin der Jugendlichen großen Spaß.“

Das Fazit der beiden jungen Treianerinnen, die sich viele Nachahmer wünschen, lautet: „Durch seine Mitarbeit in der Gemeinde trägt man dazu bei, dass die Dorfgemeinschaft in einem Dorf mit mehr als 1500 Bewohnern bestehen bleibt, dass jung und alt miteinander das Vereinsleben pflegen und Feste gemeinsam feiern.“ Im übrigen erteilen sie auch Nachhilfeunterricht in Deutsch und Dänisch.

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