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Von Tetenhusen in die Hauptstadt : Mit 17 km/h im Korso nach Berlin

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mitglieder der Tetenhusener Gemeinschaft „Brenntünn“ wollen mit ihren Oldtimer-Treckern eine Runde um die Siegessäule drehen.

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Was für gewöhnlich der Slogan von Fußballfans ist, haben sich 17 Mitglieder der Tetenhusener Gemeinschaft „Brenntünn“ auf die Fahnen geschrieben. Aber ihr Ziel ist nicht das DFB-Pokalfinale, stattdessen wollen sie eine Runde um die Siegessäule und das Brandenburger Tor drehen – und zwar mit ihren Oldtimertreckern.

Gestern brach die Gruppe um 6 Uhr morgens zu der knapp 1000 Kilometer langen Reise auf, für die acht Tage eingeplant sind. Die Fahrt durch die Stadt ist für Sonnabend geplant, am Tag darauf nehmen sie an einer Führung durch den Reichstag teil – ohne Trecker. „Durch den Kirchentag ist am Sonntag alles abgesperrt, daher fahren wir nicht mit den Treckern rein“, erklärt Klaus Liedtke. Das hätten sie bei der Organisation der Tour noch nicht gewusst. Sie haben weitere Pläne: „Wir wollen nach Wedding, um die berühmte Currywurst zu essen“, sagt er.

Auf ihrem Weg nach Berlin werden sie täglich acht bis neun Stunden auf dem Traktor sitzen – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 Kilometern in der Stunde. Die Strecke haben sie sich in drei Etappen eingeteilt, die zwischen 135 und 155 Kilometer lang sind. Dabei würden sie regelmäßig Pausen machen. „Wir fahren keine zwei Stunden am Stück“, erklärt Gerit Pietryga. Übernachten werden sie in Hotels. „Wir machen da Station, wo sie genug Parkplatz für uns haben“, sagt Klaus Liedtke. Das sei oft eine irrsinnige Organisationsarbeit, „aber es macht viel Spaß“.

Die Trecker unterschiedlicher Marken, darunter Deutz, Fendt, Hanomag und ein Schweizer Bührer mit Opel-Benzinmotor, sind Anfang der 50er bis Mitte der 60er Jahre gebaut worden. Schleswig-Holstein-Fähnchen und aufgeschnallte Koffer gehören quasi zu ihrer Grundausstattung. Daneben liegen auf einem Trecker vier weiche Sitzkissen übereinander, ein anderer hat Anschlüsse für ein Navigationsgerät. Die meisten fahren „oben ohne“ – haben also keinen Regenschutz. „Daher hoffen wir auf gutes Wetter“, meint Gerit Pietryga.

Um sicher zu gehen, dass sie die Strecke mit ihren Treckern gut bewältigen können, ist er sie in seinem letzten Urlaub schon abgefahren. „Die Landschaft ist sehr schön und im Brandenburgischen fährt man kilometerweit ohne jemandem zu begegnen“, erzählt Pietryga. Auf der Rückfahrt folgt ein weiterer Höhepunkt: Ein Besuch in dem Ort Grönwohld, bekannt aus der NDR-Fernsehserie „Neues aus Büttenwarder“. Sie werden dort im Gasthof „Unter den Linden“ einkehren, dem Dorfkrug von Büttenwarder. „Wir werden auch einen ,Lütt un Lütt’ trinken“, sagt Klaus Liedtke voller Vorfreude. „Gerade sind aber keine Dreharbeiten“, ergänzt er bedauernd.




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