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Kropp : Militärgeschichtliche Sammlung wieder eröffnet

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Militärgeschichtlichen Sammlung in der Kropper Kaserne zeigt Exponate von 1916 bis heute – auch mit Hakenkreuz.

Nach mehr als zweijähriger Umbauphase ist gestern Vormittag in der Kropper Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne die Militärgeschichtliche Sammlung mit einer Feierstunde neu eröffnet worden. Dabei machte Oberst Michael Krah, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, gleich zu Beginn klar, dass die Ausstellung in einem ehemaligen Unterkunftsgebäude auch Exponate aus dem Zweiten Weltkrieg beinhalte. „Sie sehen auch Hakenkreuze“, wandte er sich vor dem Hintergrund der aktuellen Traditionsdebatte in der Bundeswehr an seine Gäste. Aber das sei in dieser Form völlig in Ordnung und vom Verteidigungsministerium abgesegnet, betonte er. Die Militärgeschichtliche Sammlung habe den Zweck, die Geschichte des Verbandes und des Standortes zu präsentieren – „und diese in den gesamthistorischen Kontext zu stellen“, so Krah.

Natürlich sei die Zeit des Zweiten Weltkriegs, in der vom Fliegerhorst Jagel auch V  1-Raketen Richtung England abgeschossen wurden, nicht traditionsstiftend für sein Geschwader, sagte Krah. Vielmehr stehe der Verband in der Tradition zweier Persönlichkeiten.

Da ist zum Einen Max Immelmann, Jagdpilot im Ersten Weltkrieg und Namenspatron des Geschwaders. „Ein begnadeter Flieger, den Mut, Tapferkeit und Ritterlichkeit auszeichneten“, wie Krah hervorhob. Und die zweite sinnstiftende Person sei Kai-Uwe von Hassel – „ein großer Demokrat und überzeugter Europäer, der Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich mitgeprägt hat“. Wie sehr diese Tradition im Luftwaffengeschwader gepflegt wird, wurde dadurch deutlich, dass Thomas Immelmann, Großneffe des Weltkriegsfliegers, und Monika von Hassel, Witwe des einstigen Ministerpräsidenten und Verteidigungsministers, dem gestrigen Festakt beiwohnten.

Auf 350 Quadratmetern haben Hauptmann Lars Möller und Stabsfeldwebel der Reserve Volker Panitz etliche Fotos, Textdokumente, Uniformen, Flugzeugmodelle und sonstige Exponate ausgestellt. Und das alles ehrenamtlich außerhalb der normalen Dienstzeit. „Ich bin eigentlich Planungsoffizier für die fliegerische Ausbildung“, erklärte Möller. „Aber die Sammlung ist mir längst ans Herz gewachsen.“ Und durch Kontakte zu privaten Sammlern und Traditionsgemeinschaften bekomme er laufend neues Material, so Möller.

Zu sehen ist die Geschichte des Militärstandortes Kropp/Jagel von seinen Anfängen im Jahr 1916 über die Epoche der Marineflieger bis zur heutigen Zeit, in der unter anderem die Auslandseinsätze thematisiert werden. Auch die Luftbrücke 1948/49 spielt in dem kleinen Museum eine nicht unwesentliche Rolle. Damals hoben vom Fliegerhorst Jagel britische „Rosinenbomber“ ab, um die eingeschlossene Berliner Bevölkerung mit Care-Paketen zu versorgen.

Die Militärgeschichtliche Sammlung ist für die interessierte Öffentlichkeit nach vorheriger Anmeldung bereits seit längerem zugänglich. Im vergangenen Jahr habe er rund 400 auswärtige Besucher durch die Räume geführt, berichtet Lars Möller. Pflicht ist der Ausstellungsbesuch indes für die Angehörigen des Geschwaders – als Beitrag zur politischen Bildung. „Mit ist wichtig, dass jeder Soldat weiß, wer Max Immelmann und Kai-Uwe von Hassel waren“, sagt Kommodore Michael Krah.

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erstellt am 04.Jun.2017 | 18:13 Uhr

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