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Vor dem CDU-Büro : Milchbauern protestieren im Lollfuß

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Landwirte befürchten hohe Kosten durch neu geplante Umweltauflagen. Deshalb sollen sich Bundestagsabgeordnete in Berlin für Änderungen stark machen.

Großes Staunen gestern Vormittag in der CDU-Kreisgeschäftsstelle im Lollfuß: Erst fuhren vier Trecker und ein Transporter vor, dann standen plötzlich fünf Landwirte in der Tür und machten ihrem Ärger Luft. Die Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) wollten mit dieser Aktion gegen die auf Bundesebene geplante Novellierung der sogenannten Verordnung über den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen protestieren. Konkret sieht diese unter anderem vor, dass die Bauern aus Umweltschutzgründen unter anderem bestehende Jauche-, Gülle- und Silageanlagen mit Systemen versehen, die Lecks erkennen können. „Das ist weder finanziell zu stemmen, noch in der Praxis wirklich zu realisieren“, meinte BDM-Kreisvorsitzender Karsten Hansen.

Gemeinsam mit seinen Kollegen wollte der Milchbauer aus Tolk nun an die CDU-Bundestagsabgeordneten Sabine Sütterlin-Waack appellieren, sich bei den zuständigen Ministern Christian Schmidt (Landwirtschaft, CSU) und Barbara Hendricks (Umwelt, SPD) für einige aus ihrer Sicht notwendige Änderungen einzusetzen. „Wir fordern unter anderem Bestandsschutz für ältere Anlagen. Ansonsten müssen einige Betriebe sicher aufgeben“, meinte Hansen mit Blick auf entsprechende Investitionskosten im sechsstelligen Euro-Bereich.

Da Sütterlin-Waack gestern selbst nicht vor Ort in Schleswig war, informierte sie Geschäftsstellen-Mitarbeiter Jörg-Peter Behrens telefonisch über den Besuch der Milchbauern. Noch in dieser Woche, so bestätigte Behrens später gegenüber den SN, wolle sich die Bundestagsabgeordnete in einem persönlichen Gespräch die Sorgen der BDM-Mitglieder anhören.

Insbesondere die im Verordnungsentwurf festgeschriebene Gleichstellung von Jauche-Gülle-Siloanlagen mit Chemieanlagen der Industrie stößt bei den Landwirten auf Unverständnis. „Das kann man doch gar nicht vergleichen. Außerdem kann die Industrie immer die Kosten, die ihr durch Auflagen der Politik entstehen, einfach auf den Produktpreis umlagern. Über den Milchpreis funktioniert sowas nicht“, betonte der Kropper Jörn Sierck. Auch deshalb meinte sein Kollege Joachim Schoof aus Börm: „Diese Pläne sind einfach nur schwachsinnig und absurd. Das Geld, das bei den geforderten Umrüstungen draufgeht, könnte man in Sachen Umweltschutz viel sinnvoller einsetzen.“

Die Protestaktion gestern im Lollfuß war Teil einer bundesweiten BDM-Kampagne. In Schleswig-Holstein statteten die Milchbauern auch den Bundestagsabgeordneten in Rendsburg, Husum und Mölln unangekündigte Besuche ab.

 

 

 

 

 

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erstellt am 30.Sep.2014 | 07:09 Uhr

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