Stadtbücherei : Mietvertrag noch nicht verlängert

Die Stadtbücherei in der Moltkestraße: Hier läuft der Mietvertrag in einem halben Jahr aus.
Die Stadtbücherei in der Moltkestraße: Hier läuft der Mietvertrag in einem halben Jahr aus.

In einem halben Jahr läuft der Mietvertrag für die Schleswiger Stadtbücherei aus. Für die Zeit danach gibt es verschiedene Varianten.

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23. Juni 2018, 08:59 Uhr

Wie lange bleibt die Stadtbücherei in ihren angestammten Räumen in der Moltkestraße 1? Der Mietvertrag mit dem Gebäudeeigentümer Dieter Kopplin aus Schönberg bei Kiel läuft zum Jahresende aus. Bisher ist er nicht verlängert worden. Nach Angaben von Rathaus-Sprecher Eric Gehrke sind noch einige Einzelheiten zu klären. Die Gespräche laufen schon seit dem vergangenen Jahr.

Offen ist unter anderem, über welchen Zeitraum der neue Vertrag abgeschlossen werden soll. Im vergangenen November hatte Kulturamtsleiterin Dörte Beier in einer Ausschuss-Sitzung erklärt, im Raum stehe eine Verlängerung um fünf oder um zehn Jahre. Eine längere Laufzeit würde es dem Vermieter eher ermöglichen, Investitionen zu tätigen, von denen auch der Büchereibetrieb profitieren würde. Andererseits sind nach wie vor Überlegungen akut, die Bücherei in ein anderes Gebäude zu verlegen. Zuletzt hatte sich die Sprecherin der Schleswiger Kulturkonferenz, Susanne Pertiet, dafür starkgemacht, die Bücherei in einen neuen Parkhaus-Komplex am Schwarzen Weg zu integrieren. Verwaltungsintern waren im vergangenen Jahr zwei weitere geeignete Alternativen ausgemacht worden: die Volkshochschule in der Königstraße und die ehemalige Pestalozzischule in der Lutherstraße. Beide Gebäude werden jedoch derzeit für andere Zwecke benötigt. Die Pestalozzischule dient als Außenstelle der Lornsenschule. Und die Volkshochschule müsste einen Großteil ihres Kursangebots in andere städtische Gebäude auslagern, wenn bei ihr die Bücherei einziehen würde.

Die Gallbergschule wird zwar in zwei Jahren leer stehen, ist aus Sicht der Verwaltung wegen ihrer Lage am Rande der Innenstadt jedoch nicht geeignet.

Die Stadt hatte 2011 die damals sanierungsbedürftige Bücherei-Immobilie für 100 000 Euro an Kopplin verkauft – und dann sofort zurückgemietet. Die Jahresmiete beträgt derzeit gut 88 000 Euro. Die Stadt zahlt also fast die gesamte Verkaufssumme zurück an den neuen Eigentümer – jedes Jahr. Sie hat allerdings die Kosten für eine aufwendige Sanierung gespart. Der Landesrechnungshof hatte das Geschäft später kritisiert.

Zum Zeitpunkt des Verkaufs war geplant, in der alten Stadtwerke-Zentrale an der Poststraße ein städtisches Dienstleistungszentrum einzurichten. Dort sollte neben dem Einwohnermeldeamt unter anderem auch die Bücherei unterkommen.

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