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Impressionist im Stadtmuseum : Meisterwerke aus Mantes

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Stadtmuseum zeigt in einer neuen Ausstelung Bilder des französischen Impressionisten Maximilien Luce. Die hochklassigen Gemälde gehören einem Museum in Schleswigs Partnerstadt Mantes-la-Jolie.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2013 | 07:53 Uhr

„Die Farbe wird nicht mehr auf der Palette gemischt, sondern direkt auf die Leinwand aufgetragen. Dabei werden ganz reine Töne verwendet, manchmal werden sie als Punkt gesetzt, manchmal flächig“, beschreibt Stadtmuseums-Mitarbeiterin Angeline Schube-Focke den Pinselduktus des Spätimpressionisten Maximilien Luce. Der französische Maler ist einer der bedeutendsten Vertreter dieser Kunstrichtung, die sich Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte und als Beginn der Moderne betrachtet wird.

War zuvor im Realismus noch das Bestreben nach einer möglichst naturgetreuen Abbildung maßgebend, wollte der Impressionismus genau davon Abstand nehmen. Zwar wird auch jetzt das wahre Leben gezeigt, so wie es ist, aber die Art der Darstellung verändert sich völlig, wenn sich zum Beispiel im Pointillismus eine Szene ganz und gar in Farbpunkte auflöst: „Der Betrachter ist durch diese neue Art der Darstellung aufgerufen, sich einzubringen“, erklärt Angeline Schube-Focke. Sie hat sich eingehend mit der Kunst Maximilien Luces befasst und wird die Besucher mit viel Know-how und offen für Fragen durch die Ausstellung führen, die ab heute bis zum 26. Januar im Stadtmuseum zu sehen ist.

Dass die 45 Werke des französischen Malers hier zu bewundern sind, ist dem Musée de l’Hôtel-Dieu in Schleswigs Partnerstadt Mantes-la-Jolie zu verdanken. Das Museum verfügt über die größte und bedeutendste Sammlung des Spätimpressionisten: „Wir sind sehr froh, dass die kulturellen Beziehungen zwischen den Partnerstädten Auftrieb bekommen haben und diese Ausstellung realisiert werden konnte“, betonen Dr. Holger Rüdel, Leiter des Stadtmuseums und sein französischer Kollege Ephraïm Jouy. Die Ausstellung nimmt Bezug auf das gesamte Werk des Künstlers, zeigt Landschaften, städtische Szenen und arbeitende Menschen, die er bis ins letzte Detail studiert hat. Luce selbst stammte aus einfachen Verhältnissen. 1858 in Paris geboren, machte er erste künstlerischen Erfahrungen als Holzschnitzer, später auch als Graphiker. Diesen Beruf übte er Zeit seines Lebens aus, illustrierte vor allem politische Zeitungen. Recht schnell verhalfen ihm sein Talent, aber auch seine guten Beziehungen zu Camille Pissarro, George Seurat und Paul Signac, der sogar eines seiner Bilder kaufte, zu Anerkennung und Aufnahme in die künstlerische Gesellschaft. Durch und durch Anarchist, thematisierte er auch immer wieder die Grausamkeiten des Krieges, selbst wenn diese Bilder kaum verkäuflich waren.

Die Auswahl der Bilder zeigt einen Querschnitt durch das Werk Luces und lässt den Betrachter die Entwicklung des Malers in den verschiedenen Phasen seines Lebens miterleben. Rüdel ist besonders von der Qualität der ausgestellten Gemälde beeindruckt: „Wir können die absoluten Hochkaräter der Sammlung aus dem Musée de l’Hôtel-Dieu zeigen. Diese Ausstellung ist alles andere als provinziell und hat Bedeutung weit über Schleswig hinaus.“



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