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Neues Verkehrskonzept für Schleswig : Mehr Rücksicht auf Radfahrer

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt plant zahlreiche neue Tempo-30-Zonen – und mehr Radwege. Das sieht ein Verkehrskonzept vor, an dem im Rathaus gearbeitet wird.

Zu schmal, zu unübersichtlich , teilweise marode – die Radwege im Stadtgebiet lassen viele Wünsche offen. Und vor einer ganz besonderen Herausforderung stehen die Radfahrer zuweilen, wenn ihre Wegstrecke abrupt aufhört und im Nirwana zu enden scheint. Wie beispielsweise auf dem ausgewiesenen Radweg vom Neubaugebiet Berender Redder in Richtung Kattenhunder Weg. Derlei Unwegsamkeiten im Straßennetz sollen in dem neuen Verkehrskonzept, das die Rathaus-Mitarbeiter Axel Warnke und Björn Losch in Zusammenarbeit mit Hamburger Verkehrsplanern erstellen, beseitigt werden.

Ein 100 Seiten starker Zwischenbericht liegt bereits vor. Darin wird die gesamte Verkehrslenkung im Stadtgebiet auf den Prüfstand gestellt. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr sollen Verbesserungsvorschläge dazu den städtischen Gremien präsentiert werden, damit bis spätestens 2016 deren Umsetzung realisiert werden kann, erklärt Rathaus-Sprecherin Antje Wendt auf SN-Nachfrage. Anfang des kommenden Jahres werden zudem Vertreter von Interessenverbänden angehört.

Das neue Verkehrskonzept schließt alle Straßen, Fuß- und Radwege sowie alle Parkflächen im Innenstadtbereich mit ein. „Es ist in die Zukunft gerichtet und steht im Einklang mit den städtebaulichen Entwicklungen“, sagt Warnke. Dazu wurden im Vorwege alle Verkehrsströme unter die Lupe genommen. Ebenso, wann und wo es zu Spitzenbelastungen kommt – wie etwa zwischen 7 und 8 Uhr morgens am Gottorfknoten, wo sich oftmals ein Rückstau bis zum Parkplatz an der Umgehungsstraße bildet.

Die Verkehrsplaner schlagen nun vor, dass künftig die Geschwindigkeiten auf bestimmten Straßen gedrosselt werden. Ihre Idee: Auf allen Hauptverkehrsadern wie etwa Flensburger Straße oder Schubystraße bleibt das Tempolimit von 50 Stundenkilometern beibehalten. Alle anderen Straßen in der Stadt jedoch sollen grundsätzlich mit Tempo 30 ausgewiesen werden. Dazu gehören auch Streckenabschnitte wie Friedrich-Ebert-Straße, Suadicanistraße, Feldstraße oder Poststraße, auf denen noch Tempo 50 gilt. Warnke glaubt nicht, dass diese Tempo-Änderung einen Aufschrei unter den Autofahrern auslösen wird. „Unsere Verkehrsmessungen haben nämlich ergeben, dass dort ohnehin kaum schneller gefahren wird“, sagt er.

Die Verlangsamung des Verkehrs lasse die Mitnutzung der Radfahrer auf der Fahrbahn zu, meint Warnke. Wie in anderen Städten auch, müssen sich Schleswigs Autofahrer also daran gewöhnen, dass mehr und mehr Radfahrer ihre Wege kreuzen und Teil des normalen Straßenverkehrs werden. Umgekehrt werden sich auch manche Radfahrer darauf einstellen müssen, nicht einen Weg für sich allein zu haben, sondern sich zu integrieren in den Verkehrsfluss. Der für Verkehrsfragen zuständige Sachbearbeiter Warnke spricht von Kompromissen, die Radfahrer und Autofahrer künftig stärker miteinander eingehen müssten. Denn an manchen Abschnitten sei die Strecke so verbaut, dass wegen der engen Verhältnisse dort nicht nachträglich ein Radweg ausgebaut werden könne. Beispiel Schubystraße. Dazu Warnke: „Hier bietet es sich an, den Radverkehr auf die Straße zu lenken. Das geht aber nicht bei Tempo 50, deshalb muss die Geschwindigkeit gesenkt werden.“

Sämtliche Radwege im Stadtgebiet wurden unter die Lupe genommen und auf ihre Verkehrssicherheit hin überprüft. Für die laut Verkehrsplanern „völlig unbefriedigende Radführung an der ZOB-Kreuzung“ etwa wird empfohlen, den Radweg neu zu gestalten. Unterm Strich hat der Radwege-Check die Note Ungenügend ergeben. Das wollen die Verkehrsplaner nun ändern.

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erstellt am 06.Nov.2014 | 17:54 Uhr

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