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Schleswiger Nachrichten

23. August 2017 | 18:31 Uhr

Schleswig : Mehr Rosen für die Altstadt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Peter Müller von der „Zukunftswerkstatt“ setzt seine Rosen-Pflanzaktion fort – und lässt sich von Vandalismus nicht abschrecken.

Sie sind zu einem echten Hingucker in der gesamten Schleswiger Altstadt geworden: 60 schmiedeeiserne Rosengitter mit weißer Holzverkleidung schmücken inzwischen die Hauswände am Straßenrand zwischen dem Gallberg und dem Hafen. Gebaut hat sie alle Peter Müller, ein Schiffbau-Ingenieur im Ruhestand. Er hatte die Idee dazu vor vier Jahren, nachdem er bei einer Paddeltour über die Eider in Tönning Station machte und sah, dass in dem kleinen nordfriesischen Städtchen viel mehr blühte als in Schleswigs Altstadt.

Mitstreiter fand Müller in der Bürgerinitiative Zukunftswerkstatt – und bei vielen Hausbesitzern rannte er ohnehin offene Türen ein. Die erste Rose pflanzte er 2011 am „Runden Eck“, dem kleinen Laden von Anja Maria Castello in der Langen Straße 41. „Ich werde seitdem oft von Kunden auf die Rosen vor meiner Tür angesprochen“, sagt die Unternehmerin – und auf diese Weise breitet sich Schleswigs Ruf als Rosenstadt aus. Ein Mann aus Leer, dem die schmucken Blumengitter aufgefallen waren, als er auf dem Rückweg von einem Dänemark-Urlaub an der Schlei Station machte, nahm Kontakt zu Peter Müller auf und lud ihn ein, in Ostfriesland einen Vortrag über sein Projekt zu halten. Jetzt wollen Bürger aus Leer die Schleswiger Idee kopieren.

Peter Müller hatte auch schon Anfragen aus anderen Schleswiger Stadtteilen, möchte sich aber weiterhin auf die Altstadt konzentrieren. „Im Lollfuß und auf dem Holm gibt es ja ohnehin schon Anwohner, die sich sehr für ihren Stadtteil engagieren“, sagt er. Für dieses Frühjahr plant Müller gemeinsam mit Rolf Schafft bereits die achte Pflanzaktion. Hausbesitzer zahlen für jede Rose 50 Euro – 25 Euro für die Pflanze und 25 Euro für das Gitter. Um alles andere kümmern sich die Mitglieder der Zukunftswerkstatt. Sie stimmen die Pflanzungen auch mit der Stadtverwaltung ab, denn in der Regel gedeihen die Rosen auf öffentlichem Grund.

„Ich bin mir sicher“, sagt Anja Maria Castello, „dass die Rosen auch dazu beitragen, dass hier weniger randaliert wird.“ Die Altstadt sehe gepflegter aus als früher, und das bremse auch bei frustrierten Jugendlichen automatisch die Zerstörungswut.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es gar keinen Vandalismus mehr gibt. Kleinere Schäden hat Peter Müller schon häufig ausgebessert. „Es kommt auch immer wieder vor, dass jemand in den schmalen Straßen mit dem Auto mit einem unserer Gitter kollidiert“, sagt er. Meist melden die Fahrer sich dann. Doch das allererste Gitter, das seit vier Jahren am „Runden Eck“ steht, ist nun offenbar Opfer roher Gewalt geworden. Peter Müller wird es komplett erneuern müssen.

>Wer sich an der Rosen-Aktion beteiligen möchte, meldet sich unter Telefon 0  46  21/30  74  56 oder per E-Mail an peterchristamueller@t-online.de

 

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erstellt am 24.Feb.2015 | 07:45 Uhr

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