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Schleswig : Mehr Platz für den Ambulanten Hospizdienst

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Ambulante Hospizdienst Schleswig wird immer größer – und zieht jetzt von der Königstraße in die Lutherstraße.

Mehr als 50 Menschen aus Schleswig und Umgebung engagieren sich inzwischen ehrenamtlich beim Ambulanten Hospizdienst des evangelischen Kirchenkreises. Die meisten von ihnen begleiten schwer kranke Mitbürger in ihren letzten Lebenswochen. Mindestens einmal in der Woche besuchen sie die Sterbenden, geben ihnen Halt und unterstützen damit auch die Angehörigen, so gut es geht. Die Nachfrage nach diesem kostenlosen Dienst am Mitmenschen ist in den vergangenen Jahren immer stärker geworden. „Als ich vor zwölf Jahren anfing, hatten wir 13 ehrenamtliche Mitarbeiter, nach dem nächsten Ausbildungsgang im kommenden Jahr werden es 60 sein“, sagt Hospizpastorin Susanne Kernich-Møller. Die Strukturen, in denen sie arbeitet, sind aber nicht im selben Maße mitgewachsen. Wie in der Anfangszeit ist der Hospizdienst mit einer einzigen hauptamtlichen Arbeitsstelle ausgestattet. Kernich-Møller teilt sich diese Stelle mit Ute Hümmling und Anja Dülsen. Hoffnung auf eine Aufstockung haben sie nicht, schließlich werden bei der Kirche angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen Stellen abgebaut als neu geschaffen.

Immerhin aber haben sie seit wenigen Tagen mehr Platz für ihre Arbeit. Am Montag hat der Ambulante Hospizdienst seine neuen Räume in der Lutherstraße 4 offiziell eingeweiht. In einer früheren Ergotherapie-Praxis verfügt die Einrichtung jetzt über vier Zimmer auf fast 100 Quadratmetern. „Das ist doppelt so viel, wie wir bisher in der Königstraße hatten“, sagt Kernich-Møller.

Damit eröffnen sich auch ganz neue Möglichkeiten für die Arbeit der Trauergruppen, die inzwischen das zweite Standbein des Ambulanten Hospizdienstes sind. Neben dem Gesprächskreis „Lichtblick-Café“, der sich das nächste Mal an diesem Donnerstag um 15 Uhr trifft, gibt es inzwischen auch Gruppen für Kinder und für Jugendliche sowie für Angehörige von Menschen, die sich das Leben genommen haben. „Alle Gruppen können sich jetzt direkt in unseren Räumen treffen“, sagt Kernich-Møller.

Mehrere Schleswiger Unternehmen unterstützten den Hospizdienst bei seinem Umzug. Den Anfang machte eine Spende aus dem Vermögen des aufgelösten Gewerbevereins „Rund um den Schliekieker“, deren Mitglieder sich kollektiv dem Gewerbeverein St. Jürgen angeschlossen hatten. Nospa und VR Bank stellten ausrangierte Möbel zur Verfügung, die von der Spedition KDS transportiert wurden. Die Firma Boockhoff erledigte die Malerarbeiten in den alten Büros in der Königstraße. Küchen-Ausstattung und Elektrogeräte kamen von den Firmen Küchen Hansen und Megaland Expert.

Immer bedeutender für die Arbeit des Hospizdienstes wird auch der Freundeskreis, ein Förderverein, der unabhängig vom Träger Kirchenkreis arbeitet. „Wir versuchen ein Teil dessen zu kompensieren, was der Träger nicht leisten kann“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Enno Körtke. Dazu hat er ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: „500 neue Freunde.“ Bisher hat der Verein lediglich 100 Mitglieder.

Sprechzeiten des Hospizdienstes in der Lutherstraße 4: montags und donnerstags 9 bis 11 Uhr, mittwochs 14 bis 16 Uhr. Telefon 04621/99  17  21. www.hospizdienst-schleswig.de / Kontakt zum Freundeskreis: Enno Körtke, Telefon 0461/1500-1101, E-Mail enno.koertke@nospa.de

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erstellt am 22.Sep.2015 | 07:54 Uhr

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