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Volkshochschule Schleswig : Mehr Männer in die Kurse

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die neue VHS-Leiterin Nicole Schmölz möchte neue Zielgruppen erreichen – und muss gleichzeitig auf die Kosten achten.

von
erstellt am 06.Jan.2016 | 18:28 Uhr

Mit dem Programmheft, das sie gestern vorstellte, ist sie selbst noch nicht vollständig vertraut. Seit dieser Woche ist Nicole Schmölz die neue Leiterin der Schleswiger Volkshochschule (VHS), und die Erwartungen an sie sind hoch. Die städtische Bildungseinrichtung soll endlich die Vorgabe der Ratsversammlung erfüllen, 65 Prozent ihrer Kosten selbst zu erwirtschaften. Um dazu einen Beitrag zu leisten, sei Nicole Schmölz besonders qualifiziert, sagte Rathaus-Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch.

Die 50-jährige neue VHS-Leiterin stammt aus Leipzig und lebt bereits seit 17 Jahren in Schleswig. Sie hat Studienabschlüsse in Diplompädagogik und in Betriebswirtschaft. In den vergangenen Jahren hat sie in ganz Deutschland freiberuflich als Coach vor allem im Gesundheitsmanagement gearbeitet. Auch an der Schleswiger Volkshochschule hat sie bereits Kurse gegeben. Fünf Jahre lang, von 2002 bis 2007, war sie als Programmbereichsleiterin an der Flensburger VHS tätig. Sie weiß also, was auf sie zukommt. „Das Team hier kenne ich seit Jahren und weiß, dass es sehr engagiert ist“, sagt sie, auch wenn sie noch längst nicht allen 150 Dozenten persönlich begegnet ist. „Ich bin froh, dass mein Vorgänger nicht aus der Welt ist und ich auf seine Erfahrung zurückgreifen kann“, betont sie. Christian Hennig, der Ende Dezember nach 28 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, wird an der VHS auch in Zukunft Schwedisch-Kurse geben.

Nicole Schmölz bezeichnet ihre Aufgabe als „Quadrilemma“ – sie müsse vier verschiedene Ziele erreichen: Die Kursteilnehmer sollen zufrieden sein, die Mitarbeiter ebenso, sie soll einen politischen Bildungsauftrag erfüllen und zugleich betriebswirtschaftlich gute Zahlen vorlegen. Auf die Frage, welche konkreten Änderungen sie plant, antwortet sie noch zurückhaltend. Sie möchte mehr Angebote schaffen, für die ihr Haus externe Zuschüsse erhält. Als Vorbild nennt sie das Alphabetisierungsprogramm, das bereits seit 1988 läuft und vom Land Schleswig-Holstein und der EU finanziert wird. Außerdem möchte sie mehr junge Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren erreichen – und den Anteil an männlichen Kursteilnehmer erhöhen, der derzeit bei lediglich 20 Prozent liegt. Die rund 40 verschiedenen Nähkurse sollen darunter jedoch nicht leiden. „Das sind Selbstgänger, die überwiegend ausgebucht sind, bevor das Programmheft überhaupt gedruckt ist.“ Eines der ersten Projekte, mit denen sich Nicole Schmölz beschäftigen wird, ist die Neugestaltung des Internet-Auftritts (www.vhs-schleswig.de). „Der ist nicht mehr zeitgemäß“, findet sie. Zwar kann man sich schon seit Jahren online – auch über eine App – für VHS-Kurse anmelden, aber nur jeder fünfte Teilnehmer nutzt diese Möglichkeit. Die Folge: Die Telefonleitungen sind in den Tagen, nachdem das Programmheft an alle Haushalte in Schleswig und Umgebung verteilt worden ist, völlig überlastet.

So wird es wohl auch in der kommenden Woche wieder sein. Das Programm ist gewohnt vielfältig. Einer der Schwerpunkte liegt im Bereich „Gesundes Leben“. Er soll – wie berichtet – noch weiter ausgebaut werden. Natürlich gibt es wieder zahlreiche Sprachkurse: Arabisch, Dänisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Schwedisch, Spanisch und Russisch.

Auch Deutschkurse für Zuwanderer und Flüchtlinge finden weiterhin an der VHS statt. „Hier haben wird nicht nur die Aufgabe, Sprachkenntnisse zu vermitteln“, sagt Nicole Schmölz. Es gehe auch um Kultur und Werte. „Das ist etwas, was viel längerfristiger angelegt sein muss als die reine Vermittlung von Sprachkenntnissen“, findet sie.

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