Schleswig : Mehr Geld fürs Stadtmanagement

Der neue Stadtmanager Helge Schütze (re.) übernimmt das Amt von Rüdiger Knospe (2.v.li.). Bürgermeister Arthur Christiansen, „Drachentöter“-Chef Wolfgang Harm und der Stadtmarketing-Aufsichtsratsvorsitzende Arne Hansen (v.li.) freuen sich darüber, dass der Wechsel reibungslos vollzogen wird.
Der neue Stadtmanager Helge Schütze (re.) übernimmt das Amt von Rüdiger Knospe (2.v.li.). Bürgermeister Arthur Christiansen, „Drachentöter“-Chef Wolfgang Harm und der Stadtmarketing-Aufsichtsratsvorsitzende Arne Hansen (v.li.) freuen sich darüber, dass der Wechsel reibungslos vollzogen wird.

Helge Schütze ist als Nachfolger von Stadtmanager Rüdiger Knospe offiziell vorgestellt worden – und darf sich auf einen höheren Etat freuen.

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18. Juli 2018, 07:45 Uhr

Dem künftigen Stadtmanager Helge Schütze winkt ein üppigeres Budget als seinem Vorgänger Rüdiger Knospe. Das kündigte Bürgermeister Arthur Christiansen gestern bei der offiziellen Vorstellung des neuen Geschäftsführers der Stadtmarketing GmbH an. Er plädiere dafür, dass die Stadt ihren Beitrag an die Gesellschaft um mindestens 10 000 Euro erhöht. Hintergrund ist der nun fertige Abschluss für das städtische Haushaltsjahr 2016, das laut Christiansen einen Überschuss von 3,5 Millionen Euro ausweist und neue Spielräume ermögliche. Details zu diesem Ergebnis sollen in einigen Tagen bekanntgegeben werden.

Die Finanzierung des 2009 gegründeten Stadtmarketings ist seit langem umstritten. Während vergleichbare Einrichtungen in anderen Städten zu 100 Prozent mit öffentlichen Mitteln ausgestattet werden, beteiligt sich die Stadt Schleswig nur zu 40 Prozent an ihrer Marketinggesellschaft. Die übrigen 60 Prozent der Gelder kommen von der Wirtschaft – von den „Schleswig Paten“ und den Handels- und Gewerbevereinen. Aktuell beträgt der Etat knapp 100 000 Euro.

Arne Hansen, Aufsichtsrat des Stadtmarketings, freut sich über die Ankündigung des Bürgermeisters. „Es ist wichtig, dass sich die Stadt in dieser Frage erklärt“, sagte er. Nach diesem Signal ließen sich sicherlich weitere Geldgeber finden.

Für Schütze ist das natürlich eine frohe Botschaft. Schließlich ist ihm bewusst, dass allein der gerade verliehene Weltkulturerbe-Titel nicht nur eine Chance, sondern auch eine große Herausforderung für seinen künftigen Job bedeutet. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann tritt sein Amt am 1. September an. „Ich habe eine große Liste mit Ideen, die es abzuarbeiten gilt“, kündigte er an, ohne bereits Einzelheiten zu verraten. Im Übrigen würde er sich weniger als Stadtmanager, sondern eher als Stadtkoordinator bezeichnen, „der viele Dinge zusammenbringt“. Dafür fing sich Schütze einen Konter von Aufsichtsratchef Hansen ein, der launig meinte: „Den Namen ändern wir aber nicht nochmal.“

Die Feierstunde in der IHK-Geschäftsstelle im Plessenhof war aber nicht nur dem neuen Stadtmanager gewidmet, sondern auch dessen Vorgänger. Vor zahlreichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung würdigten Hansen und Bürgermeister Christiansen das Wirken von Rüdiger Knospe. Dem Stadtmanager sei es in den zurückliegenden dreieinhalb Jahren gelungen, das Thema „Wikingerstadt“ in den Fokus zu rücken, betonte Christiansen. „Sie waren mit Begeisterung dabei“, sagte er an die Adresse Knospes gerichtet.

Der wiederum bekräftigte gestern noch einmal seine Marketingsstrategie: „Die Wikingerstadt muss gelebt werden, auch wenn es immer noch einige Kritiker gibt.“ Es gehe vorrangig um Marketing und nicht um eine genaue historische Darstellung Schleswigs. Zugleich wies der 64-Jährige darauf hin, dass er das Amt eigentlich nur übergangsweise habe übernehmen wollen. „Geplant waren ein bis zwei Jahre. Daraus sind jetzt dreieinhalb Jahre geworden. Aber es war eine tolle Zeit.“ Knospe versprach, seinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite stehen zu wollen.

Wolfgang Harm, Vorsitzender des Gewerbevereins St. Jürgen („Die Drachentöter“) machte keinen Hehl daraus, dass man mit den Anfängen des Stadtmanagements nicht immer zufrieden gewesen sei: „Wir haben Fehler gemacht. Aber wir haben daraus gelernt.“ Nachdem es nicht einfach gewesen sei, den dritten Stadtmanager aus dem Hut zu zaubern – Knospe hatte zuvor als Unternehmensberater unter anderem in Frankfurt gearbeitet – komme mit Helge Schütze der Nachfolger nun aus den eigenen Reihen. „Besser kann es nicht sein“, meinte Harm.

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