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Schleswiger Nachrichten

18. August 2017 | 13:07 Uhr

Alter Brauch : Mehr Erwachsene beim Rummelpott

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In vielen Orten im Kreis baten kostümierte Kinder und auch Ältere für ihre guten Wünsche um Süßigkeiten. Mancherorts beteiligten sich auch Neubürger an dem alten Brauch.

Mit dem wohl bekanntesten Rummelpottlied „Fru mok de Dör op, de Rummelpott will rin“ verschafften sich die meisten Rummelpottläufer in Treia Aufmerksamkeit. Einige der Besucher waren gruselig anzusehen, doch in den meisten Fällen wurde bereits an der Stimme erkannt, wer sich unter der Maske der Geister und Monster verbarg, oder sie outeten sich auf andere Weise. Alle Rummelpottläufer hatten sich viel Mühe mit ihren Kostümen gegeben. Naschkram, Obst, Erfrischungsgetränke oder Geld sind kleine Anerkennungen für die Auftritte, wobei Erwachsene auch gern mit Hochprozentigem mit den Gastgebern anstoßen.

In Treia waren, so schien es jedenfalls, verhältnismäßig wenige Kindergruppen unterwegs. Erst mit einigem zeitlichen Abstand folgten dann die Erwachsenengruppen. Einige Hausbewohner hatten 40 bis 50 Besucher, die „Prost Niejohr“ wünschten. An der Pflege des Brauches beteiligten sich nicht nur Alteingesessene, sondern auch Neubürger, denen Rummelpottlaufen bisher fremd war, die aber jetzt mit Begeisterung dabei sind.

„Rummel, Rummel Rutsche, giff mi noch een Futje“, hieß es in Esperstoft, wo auch Kinder und Erwachsene in bunten Kostümen an den Haustüren um Einlass baten. Allerdings waren es in diesem Jahr nicht ganz so viele Rummelpottläufer, die für ihre guten Wünsche mit Süßigkeiten oder im Falle der Erwachsenen mit einem Schnaps belohnt wurden. Der eigentliche Rummelpott, der aus einer Dose und einer Schweineblase hergestellt wurde und laute Geräusche von sich gab, um die bösen Geister zu vertreiben, hat offenbar ausgedient. Er wurde in Esperstoft jedenfalls nicht gesichtet.

Kunterbunt kostümierte Kinder und Jugendliche wünschten auch beim Rummelpottlaufen in Lottorf ein gutes neues Jahr. Dabei setzte die Haddebyer Jugend aus Selk, Jagel, Dannewerk, Busdorf, Geltorf, Fahrdorf, Borgwedel und Lottorf auf sehenswerte Gemeinschaft: Bestens gelaunt zeigte sich eine Gruppe mit singenden Krankenschwestern, einem „Darth Vader“, Schornsteinfeger, Hasen und einigen Cowboys in der Gemeinde Lottorf. Das biblische Gebet des Mönchs samt den besten Wünschen für das neue Jahr gehörte ebenfalls zum Programm.

Die Auftritte bei diesem alten Brauch waren schon immer mit Lärm verbunden. Früher wurden oft laute Rasseln oder eben die selbstgebauten Rummelpötte eingesetzt. Dafür bestellte man sich viele beim Schlachter, den es damals noch in jedem Dorf gab, eine Schweinsblase, die über ein Gefäß gespannt und in der Mitte durch ein kleines Loch mit einem Strohhalm versehen wurde, der dann durch Bewegung den Lärm erzeugte. An die Stelle der Rummelpötte aber sind heute die Feuerwerkskörper getreten.

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erstellt am 02.Jan.2014 | 07:45 Uhr

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