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Schleswiger Nachrichten

21. Oktober 2017 | 05:40 Uhr

Mehr Chancen für junge Leute

vom

Die Schleswiger Nachrichten diskutierten vor der Kommunalwahl mit sechs Nachwuchs-Politkern

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Schleswig | Der 25-jährige Daniel Carstensen fasste zusammen, wie es jungen Menschen in Schleswig ergeht: "Nach dem Abi haben fast alle meine Schulkollegen die Stadt verlassen. Ich finde hier kaum Gleichaltrige." Die Ursache ist für ihn klar: "Man kann hier - wie ich - im öffentlichen Dienst arbeiten. Wer sich eher für technische Berufe interessiert, ist praktisch gezwungen, die Stadt zu verlassen."

Daniel Carstensen saß im Publikum der Diskussionsveranstaltung mit sechs Nachwuchs-Kommunalpolitikern, zu der die Schleswiger Nachrichten ins Freie Kultur- und Kommunikationszentrum (FKKZ) auf der Freiheit eingeladen hatten. Die Frage, warum junge Menschen überhaupt in Schleswig wohnen sollten, zog sich als roter Faden durch den Abend. Patentrezepte hatte niemand, aber Anregungen gab es viele. "Das große Problem ist, dass wir keine Uni haben", meinte Jonas Kähler von der Grünen Jugend. Er wünschte sich noch mehr Ausbildungen für Gesundheitsberufe am BBZ. Das viel diskutierte Schlagwort vom "Gesundheitsstandort" griff auch Fabian Winda, Ratskandidat der Freien Wähler, auf. Niklas Neubauer (Junge Union) und Stefanie Jordt (Junge Liberale) wünschten sich mehr Unterstützung für junge Unternehmensgründer. Claas Johannsen von der SSW-Jugend plädierte dafür, die Kontakte über die Grenze nach Dänemark zu verstärken. Der Schleswiger Juso-Vorsitzende Jan-Holm Hansen-Puschbeck sah vor allem ein Marketing-Problem. "Für Leute aus Nordrhein-Westfalen ist Deutschland hinter Hamburg zu Ende." Gute Ausbildungsangebote - zum Beispiel am BBZ oder in der Pflegeschule - gebe es ja schließlich.

Ein weiterer Punkt in der von SN-Redaktionsleiter Michael Radtke moderierten Debatte war die Frage, welche Chancen Jugendliche überhaupt haben, sich in kommunalpolitische Angelegenheit einzumischen. Das "Jugendgremium", das Bürgermeister Thorsten Dahl vor einiger Zeit mit mehreren Schülervertretungen ins Leben rief, scheint sich nicht bewährt zu haben. Aus dem Publikum meldete sich Filiz Oktem, die in der SV der Lornsenschule die Gründung des Gremiums selbst miterlebte. "Es dümpelt vor sich hin", sagte sie. Verwaltung und Kommunalpolitik hätten es nicht richtig wertgeschätzt. Jonas Kähler sprach von "purem Aktionismus" in der Verwaltung - zum Beispiel auch bei dem im Sande verlaufenen Projekt "Jugend bewegt Stadt". Fabian Winda indes verwies darauf, dass solche Versuchsballons auch erfolgreich sein können - zu sehen am Veranstaltungsort FKKZ. Dies ging hervor aus dem Projekt "Jugend bewegt Leerstand". Allerdings weitgehend ohne Hilfe der Stadt Schleswig. Der beliebte Treffpunkt für junge Leute finanziert sich inzwischen selbst - aber nur mit großer Mühe.

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