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Pferde-Auktion in Klein Bennebek : Max und Moritz bleiben zusammen

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach dem Aus für den Reitstall Hornemann liegen große Freude und Tränen nah beieinander. Koniks und 13 weitere Pferde finden ein neues Zuhause.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 17:14 Uhr

„Shadow“, „Shiwa“, „Max“ und „Moritz“ sind Trubel gewöhnt. Am Mittwochabend war die Reithalle in Klein Bennebek gut gefüllt – allerdings waren die vielen Menschen nicht gekommen, um wie üblich auf den ausgebildeten Schulpferden zu reiten. Stattdessen wurde um die Tiere gefeilscht. Mehrere hundert Kaufinteressenten und Zuschauer, Händler, Tierfreunde und Reitschüler nahmen an der Versteigerung im Zuge des Reitstall-Aus von Familie Hornemann in Klein Bennebek teil. Kirsten und Thomas Hornemann verkauften 15 Pferde und Ponys sowie weiteres Reitzubehör, da sie in wenigen Tagen ihren Pensionsstall und Reitbetrieb aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen aufgeben (wir berichteten).

Während Hornemanns 18-jährige Tochter Johanna die Ponys und Pferde, mit denen sie zum Teil aufgewachsen ist, zusammen mit Reitschülerinnen über den Platz führte, kämpfte Auktionator Peter Schultes mit den Bietern um jeden Euro. Die Startpreise für die Tiere lagen zwischen 100 und 300 Euro, die Endpreise zwischen 150 und 950 Euro.

Die vierjährige Jana Bettaque war am Ende des Abends wohl eines der glücklichsten Mädchen der Welt. Papa Jonas Bettaque vom Fachzentrum für Pferdeostheopathie in Bargstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hatte gleich beim ersten Pony mitgeboten und letztlich auch den Zuschlag bekommen. Mit bestimmendem Ton, aber auch voller Euphorie brachte Jana ihre „Lotte“, ein 17-jähriges Shetlandpony, sogleich zu dem auf dem Parkplatz bereitstehenden Anhänger. „Morgen früh nach dem Kinderturnen möchte ich gleich auf ,Lotte’ reiten“, kündigte das kleine quirlige Mädchen an, das ihr neues Pony ganz selbstverständlich herumführte. Schließlich hat Jana schon ein Mini-Shetty geritten, das ihr aber nun zu klein geworden ist.

Sehr traurig waren dagegen die jungen Reiterinnen vom Reit- und Fahrverein Bellevue, die sich von den Pferden und Ponys, auf denen sie reiten gelernt hatten und die ihnen über die Jahre ans Herz gewachsen sind, verabschieden mussten. Für die meisten Tiere ging es gleich nach der Auktion per Anhänger in die neue Heimat.

So auch für „Max“ und „Moritz“, die beiden Koniks des Reit- und Fahrvereins. Sie leben ab sofort bei Silke Köhler auf dem Island-Gestüt Bockholts-Hoff in Schneverdingen (Niedersachsen). „Sie werden es da gut haben“, versprach die Pferdewirtschaftsmeisterin der weinenden Kirsten Hornemann, als sie die beiden Pferde gemeinsam aus dem Stall holten. Auch den 24-jährigen Reiterinnen Anja Weinberger aus Börm und Carola Joost aus Geltorf standen die Tränen in den Augen, als „Max“ und „Moritz“ vom Hof geführt wurden. Aber sie waren auch erleichtert, denn sie vertrauen Köhler. „Ich glaube, bei ihr werden die Beiden es gut haben“, sagte Carola Joost, die „Max“ in Kindertagen mit eingeritten hatte.

„Die beiden müssen zusammenbleiben. Ich finde es schwierig, zwei zu trennen, die immer zusammen waren“, sagte Köhler, deren Schulpferde Verstärkung bräuchten. Viele von ihnen seien schon alt.

Dass der 23 Jahre alte Wallach „Shadow“ bei Katharina Kettler-Wering und ihren beiden Kindern Franziska (4) und Alexander (5) in Ellingstedt seinen Ruhestand genießen darf, freute Reitstallbetreiber Thomas Hornemann besonders. Kettler-Wering rettete bereits drei andere ältere Pferde vor dem Schlachter, „weil sie es einfach verdient haben“.

So zog Thomas Hornemann am Ende des Abends ein positives Fazit. „Wir können sagen, dass die Ponys alle ein gutes neues Zuhause gefunden haben. Das ist das Positive in der ganzen Scheiße“, so der 46–Jährige.

Auch für alle Pferdefreunde, die mit dem Reitstall in Klein Bennebek verbunden waren, gibt es eine gute Nachricht: Christina und Bernd Pokorra vom Pferdeparadies in Groß Rheide haben das Grundstück gekauft und werden den Reitbetrieb dort aufrechterhalten.

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