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Revue in der „Heimat“ : Mary Roos und die Schlager-Feinde

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Neu-Auflage der Revue „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ in der Heimat / Mary Roos und Wolfgang Trepper begeisterten ihr Publikum

Krönender Abschluss eines schönen Frühlingstages war für viele am Wochenende die Revue „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ mit Mary Roos und Wolfgang Trepper in der Heimat auf der Freiheit. An zwei Abenden plauderten beide vor restlos ausverkauftem Haus über die guten alten Zeiten des Schlagers. Mary Roos erzählte Schlagerhasser Trepper Anekdoten aus der Schlagerwelt zu Zeiten von Heino und Rex Gildo und gab ihm damit herrlich amüsant Wasser auf die Mühlen.

Mit diesem Programm waren sie schon vor einem Jahr in der Heimat zu Gast. Damals galten sie noch als Geheimtipp, nun tourt das Duo seither erfolgreich durch Deutschland und füllt große Hallen.

Der Titel des Programms basiert auf einem Running Gag der Schlagerwelt. Dort spukt nämlich seit Jahrzehnten das Gerücht, dass Schlagersänger Heino sich regelmäßig vertraglich Nutten, Koks und frische Erdbeeren in seine Garderobe bestellt. „Natürlich hatten Herr Trepper und Frau Roos auch frische Erdbeeren in der Garderobe“, bestätigte Mario Hoff, Betreiber der Heimat, augenzwinkernd und freute sich zudem, dass er beide Künstler erneut für die Heimat gewinnen konnte. Im Laufe des Abends dann wurden viele Schlagerstars von Trepper aufs Korn genommen und Liedtexte auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft. So hätte sich zum Beispiel Schlagersänger Jürgen Marcus – wäre er anwesend gewesen - anhören müssen, dass sein Lied „Schmetterlinge können nicht weinen“ inhaltlich genauso schwachsinnig sei wie die Aussage „Currywürste können nicht kotzen“.

Auch Roger Whittakers erfolgreicher Schlager „Ein bisschen Aroma“ hatte Treppers Meinung nach textlich einzig und allein die Aufgabe, dass es sich irgendwann mal reimt. Wenn man den Text einmal durchgeht, hat er damit nicht ganz unrecht.

Ganz Kabarettist war vor Trepper niemand sicher. Sehr zur Erheiterung des Publikums fragte er einen Zuschauer in der ersten Reihe: „Sprichst Du meine Sprache? Du sitzt da schon die ganze Zeit mit verschränkten Armen, als hättest Du die Karten in der Zeitung gewonnen. Aber eine schöne Jacke hast Du an, ich kann auch nichts wegschmeißen.“

Der derbe Ton von Wolfgang Trepper war möglicherweise nicht immer nach jedermanns Geschmack, doch er war so der perfekte Gegenspieler zur hinreißenden Mary Roos. „Mary Roos, das war unsere Zeit“, sagte Rentner Hans Simonsen aus Schuby, der in Begleitung von Hellen Hildebrand aus Gammelund kam. „Damals wurde noch richtig gesungen und nicht geschrien“, schwärmte er.

Mary Roos zeigte mehr als einmal, dass sie das Singen nicht verlernt hat, was dazu führte, dass das Publikum nicht nur mitklatschte, sondern auch mitsang und am Ende nicht einmal mehr sitzen wollte.

Ulli Wirzbinsky aus Rendsburg war einer der Ersten, den es nicht mehr auf dem Stuhl hielt: „Die Show ist großartig. Natürlich sind nicht alle Schlagertexte wahnsinnig geistreich, aber das sind andere Songs ja auch nicht.

Die Melodien sind toll und machen einfach gute Laune.“ Zum Abschluss stellte Mary Roos in Begleitung ihrer Band drei neue Songs vor, die bewiesen, dass es neben vielen schlechten Texten eben auch immer wieder gute gibt, die selbst dem erklärten Schlagerfeind Wolfgang Trepper gefallen.

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