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Kropp : Marode öffentliche Bauten: „Hier geht es drunter und drüber“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Geestlandschule, Rathaus, Restaurant Rosengarten, Bücherei, Rettungszentrum, Sporthalle: In Kropp sind zahlreiche öffentliche Gebäude marode.

Wie zu erwarten war, standen die gemeindeeigenen Immobilien im Mittelpunkt der Beratungen auf der über zweieinhalb Stunden dauernden Sitzung der Gemeindevertretung. Sieben Liegenschaften müssen dringend saniert, erweitert oder gar abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden (wir berichteten). Dabei geht es unter anderem um die Geestlandschule, das Rathaus, das Restaurant Rosengarten, die Bücherei, das Rettungszentrum und die Sporthalle.

Noch stehen die Kosten nicht fest. Nun wurden Prioritäten gesetzt. Ganz vorn auf der Liste steht die Geestlandschule. „Wir können nicht warten, wir sind da in der Pflicht“, sagte Bürgermeister Stefan Ploog. Das Dach des 1953 errichteten Altbaus der Schule ist undicht, es regnet durch. Man rechnet mit rund 320  000 Euro Kosten für die Erneuerung und Brandschutzsicherung. Zudem müssen die Alarm- und Meldeeinrichtungen verbessert und die Trinkwasserversorgung gesichert werden. Die Innenbeleuchtung der Geestlandhalle wird 2016 mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Auch das Büchereigebäude steht oben auf der Prioritätenliste. Hier ist ein konstruktiver Eingriff bei der Sanierung des Daches festgestellt worden. Jetzt muss die Statik überprüft und der Brandschutz gesichert werden.

Ein Riesenproblem stellt das Restaurant „Rosengarten“, das ehemalige Soldatenheim dar. Und nicht nur das: In der Gemeindevertretung wurde öffentlich, dass das Gebäude, das die Gemeinde von der damaligen Wehrbereichsverwaltung gekauft hatte, längst noch nicht bezahlt ist. Es gibt immer noch eine Restschuld von 635  000 Euro. Das Gebäude, da ist man sich in der Gemeindevertretung einig, soll abgerissen werden. Ob von der Gemeinde oder von einem Investor, ist noch nicht klar. Auf dem Gelände könnten mehrgeschossige barrierefreie Gebäude für generationenübergreifendes Wohnen entstehen. Noch nicht spruchreif ist, ob die Schießanlage der Soldatenkameradschaft im Keller erhalten bleibt. „Jeder Tag, an dem das Gebäude steht, kostet die Gemeinde viel Geld“, erklärte Bürgervorsteher Klaus Lorenzen. Strom und Heizung sind nicht abgeschaltet und müssen weiter bezahlt werden. „Die Technik ist abenteuerlich und die Bausubstanz marode“, sagte Hauptausschuss-Vorsitzender Ulrich Brüggemeier: „Hier geht es drunter und drüber.“ Eine Sanierung käme genau so teuer wie ein Neubau.

Auch das Rathaus ist ein drängendes Problem: Die Gemeinde hat einen Architekten beauftragt, eine Bedarfsanalyse für eine Sanierung des Verwaltungsgebäudes zu erstellen und dabei auch einen Neubau in Betracht zu ziehen. Dies gilt auch für das Rettungszentrum. Im Sportlerheim werden zunächst die größten Mängel beseitigt. Das Freibad wird im Mai eröffnet. Der Sprungturm ist abgebaut, die notwendigen Arbeiten sind vom Bauhof erledigt worden. Ein längerfristiges Konzept soll im Laufe des Jahres vom entsprechenden Ausschuss erarbeitet werden. „Mit Hilfe des Bauhofes können wir das Bad auf alle Fälle noch zwei bis drei Jahre halten“, versprach Ploog.

Aber es gibt tatsächlich auch eine erfreuliche Neuigkeiten in Kropp: Das fünf Hektar große neue Bebauungsgebiet im Anschluss an den Bebauungsplan Nr. 16 (Rehwinkel) nördlich des Rheider Weges wird von der Gemeinde erschlossen und auch vermarktet. Und das funktioniert offenbar gut: Dort entstehen 50 Bauplätze, von denen 17 bereits vergeben sind. Auf den Gemeindestraßen „Ohlkoppel“ und „Schulkoppel“ darf zukünftig nicht mehr als 30 Kilometer in der Stunde gefahren werden. Zudem beschlossen die Gemeindevertreter, dass das Familienzentrum an die DRK-Kindertagesstätte angebunden wird.

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