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Defekte Regenentwässerung in Schuby : Marode Leitungen in der Süderstraße

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ingenieur informiert über Risse, Brüche und eingewachsenes Wurzelwerk.

Im Schubyer Sportlerheim herrschte Hochbetrieb. Die Vorsitzenden Dietmar Dollase (Bau- und Wegeausschuss) und Manfred Runde (Ausschuss für Umweltfragen und gemeindliche Ver- und Entsorgung) hatten ihre Mitstreiter zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen – und zudem waren außergewöhnlich viele Bürger gekommen. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Anwohner der Süderstraße. Sie erhofften sich Informationen darüber, wie es mit der Regenentwässerung vor ihren Häusern weitergehen sollte. Dass die Leitungen marode sind, hatten sie gehört – und zusätzlich viele Gerüchte und „Bruchstücke“, wie es ein Sprecher der Anwohner in der Fragestunde formulierte. Eine vage Antwort hatten sie bereits von Arbeitern bekommen, die in der Süderstraße gemessen und gefilmt hatten. Nun aber wollten sie es genau wissen: Ist der Abwasserkanal wirklich in Ordnung? Was geschieht mit dem Regenwasserkanal? Stimmt es, dass die Straße begradigt werden soll? Bleiben nach den Arbeiten noch genügend Parkplätze? Und natürlich wollten die Anwohner wissen, ob und welche finanziellen Belastungen auf sie zukommen. Offenbar hatten Summen von bis zu 15  000 Euro die Runde gemacht. „Wie sollen neue Hausbesitzer, die sich für den Kauf krummgelegt haben, das bezahlen? Oder ältere Menschen, die keinen Kredit mehr bekommen?“ Zusammenfassend forderten die Anwohner der Süderstraße umfassende Information und ein Gesamtkonzept für ihre Straße – auf keinen Fall aber einen schnellen Beschluss.

Dietmar Dollase machte schnell deutlich, dass es an diesem Abend überhaupt nicht um Beschlüsse gehen sollte. „Auch wir wollen uns erst einmal informieren, wie der Stand der Dinge ist. Und bei allen weiteren Schritten werden die Anwohner natürlich einbezogen.“

Wie es wirklich unter der Süderstraße aussieht, bekamen die Ausschuss-Mitglieder und Anwohner mit erschreckender Deutlichkeit vor Augen geführt, als Tobias Rohwer von der Schleswiger Ingenieurgesellschaft IGN Bilder aus dem Untergrund zeigte und erläuterte. Die Schmutzwasserleitung sei durch ein „Rohr-in-Rohr“-Verfahren in Ordnung gebracht worden, erklärte er. Sie würde nun wieder bis zu 15 Jahre halten. Die Regenwasserleitung dagegen sei marode. „Das Netz ist auf einer Länge von 215 Metern gefilmt worden“, erklärte er, es „gibt dort zwölf Grundstücke und zahlreiche Probleme“. Er berichtete von Brüchen, Rissen, verschobenen Betonrohren, eingewachsenem Wurzelwerk und auch von einem Fall, in dem eine andere Leitung durchgestochen wurde. Mit den Handwerkern aus der Vergangenheit ging er dennoch vergleichsweise milde um. „Ich weiß nicht was da teilweise passiert ist, aber es ist da unten nicht alles so, wie es sein sollte.“

„Es gibt für uns viel zu tun in der Süderstraße“, hatte Dietmar Dollase schon schon vor der Präsentation gewusst. Wie viel, wird sich spätestens dann zeigen, wenn die Ingenieurgesellschaft aus Schleswig ihre Arbeit getan hat. Die wurde nämlich einstimmig beauftragt, Lösungsvorschläge für die Süderstraße zu erarbeiten. Und wenn diese vorliegen, versprachen Dollase und Runde, soll es eine Anwohnerversammlung geben.

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