zur Navigation springen

„Wikingerstadt“ : Marketing-Profis sollen es richten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach erneuter Diskussion: Hauptausschuss stellt Weichen für weiteres Vorgehen.

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 07:11 Uhr

Am Ende stand tatsächlich ein Beschluss. So wird die Verwaltung zeitnah Grafik- und Marketingbüros zu einem Wettbewerb aufrufen, um sowohl einen neuen Slogan als auch ein neues Logo für die Stadt Schleswig zu entwerfen – und zwar mit der Vorgabe, dass dabei das Thema Wikinger im Mittelpunkt steht. Darauf hat sich – bei drei Enthaltungen durch die Vertreter der SPD – gestern Nachmittag der Hauptausschuss geeinigt.

Wie bereits bei den vorangegangenen Diskussionen, sowohl im Haupt- als auch im Kulturausschuss, wurde allerdings auch gestern erneut heftig gerungen um die „Wikingerstadt“. Und erneut stand dabei die ablehnende Haltung der SPD im Mittelpunkt. „Wir möchten weiterhin, dass der Wettbewerb offen gestaltet wird und das Thema Wikinger den Expertenbüros nicht bereits vorgegeben wird“, sagte Klaus Bosholm, der deshalb eine Änderung der vom Kulturausschuss ausgehandelten Beschlussvorlage beantragte. Diese berief sich auf das Ergebnis einer Bürgerbefragung, zu dem das Rathaus im vergangenen Dezember aufgerufen hatte. Dabei hatte sich die Mehrheit der Teilnehmer (78 Prozent) dafür ausgesprochen, dass das Thema Wikinger zentraler Bestandteil eines neuen Stadtslogans und -logos sein solle.

Bei der SPD sah man dieses Ergebnis, in erster Linie wegen der geringen Beteiligung an der Bürgerbefragung, als nicht bindend an. Bürgermeister Arthur Christiansen hingegen, einst selbst von der SPD als Kandidat ins Rennen geschickt, wollte an diesem Punkt nicht mitgehen. „Ich möchte, dass wir als Stadt glaubwürdig bleiben“, sagte er. Die Bürgerbefragung, trotz geringer Resonanz, beim weiteren Vorgehen außen vor zu lassen, „kann ich nicht mittragen“. Die gleiche Einschätzung teilte auch Jürgen Wenzel von der FDP. Er betonte, „dass man jetzt doch nicht einfach so tun kann, als ob es diese Befragung nie gegeben hat. Da machen wir uns angreifbar“.

Stadtmanager Rüdiger Knospe sprach sich derweil im Namen der regionalen Wirtschaft noch einmal für das Thema Wikinger als Werbeträger für die Stadt aus. Er mahnte zudem zur Eile, sollten das Danewerk und Haithabu im Sommer tatsächlich zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt werden. „Bis dahin muss das Ei gelegt sein, sonst sagt man uns hinterher nach, dass wir auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind. Ich finde aber, dass wir als Stadt ein Zeichen setzen sollten.“ Dieses Argument teilten auch Ausschussvorsitzender Holger Ley (CDU) und Harry Heide vom SSW: „Die Wirtschaft hat sich positioniert, wir haben die Bürger befragt, was sollen wir noch machen? So langsam müssen wir zu Potte kommen“, forderte Heide. Stephan Dose von der SPD hingegen meinte, dass man „keinen Zeitdruck“ habe. Man solle vielmehr noch einmal alle Bedenken gegen das Thema Wikinger abwägen. Am Ende aber wurden er und seine Parteigenossen überstimmt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen