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Schleswig : Maikundgebung: „Ängste zu schüren, ist keine Lösung“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf der traditionellen Gewerkschafts-Kundgebung am 1. Mai stand der Kampf gegen Rechtspopulismus im Mittelpunkt.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 07:53 Uhr

„Wir sind viele. Wir sind eins“, stand auf einem Transparent auf dem Theaterparkplatz, wo der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gestern zur Maikundgebung eingeladen hatte. „Gut, dass das da steht, denn die Zahl der Anwesenden lässt den Rückschluss nicht unbedingt zu“, meinte Altbürgermeister Klaus Nielsky vor rund 60 Teilnehmern.

Auch 125 Jahre nach dem Kongress der freien Gewerkschaften sei der Kampf um eine solidarische Gemeinschaft nicht zu Ende, so Nielsky, der nach eigenen Angaben seit 55 Jahren Gewerkschafter ist. Dank der europäischen Einigung lebe Deutschland seit 72 Jahren in Frieden, dennoch gebe es Ziele zu erreichen wie die Gleichstellung von Mann und Frau sowie das „Ende der unsäglichen Privatisierung öffentlichen Eigentums“.

Rassismus und das Schüren von Ängsten könne keine Lösung für die Probleme sein, betonte er und erinnerte daran, wie nach dem Krieg allein 17  000 Flüchtlinge in Schleswig angekommen seien. „Noch 1951 gab es in den Schulen Schichtunterricht“, berichtete er aus eigener Erfahrung. Über 50 Schüler hätten in einer Klasse gesessen, nach der Schule hätten sie britische und norwegische Soldaten um Kaugummi angebettelt. „Das ist glücklicherweise Vergangenheit“, sagte Klaus Nielsky – doch das habe man nicht aus eigener Kraft geschafft, sondern durch die „Solidarität aus Ländern, die unter Deutschland gelitten haben“.

Der Blick zurück solle die Sicht auf heutige Probleme nicht verschleiern – darunter Angst vor sozialem Abstieg und dass die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer würden. Doch man solle nicht verzagen, vielmehr rief er dazu auf, an den anstehenden Wahlen teilzunehmen.

Dies war auch die Botschaft von Karl-Heinz Pliete von Verdi. „Ich hoffe, „dass die AfD bei der Landtagswahl nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kommt“, sagte er – und am besten auch nicht in den Bundestag einziehe. Er forderte die Anwesenden dazu auf, ihr Wahlrecht wahrzunehmen: „Macht das Kreuz bei den demokratischen Parteien.“ Nach der Kundgebung liefen die Teilnehmer mit Flaggen und Transparenten durch den Lollfuß. Ihr Ziel war das Gewerkschaftshaus im Domziegelhof.

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