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Schleswiger Nachrichten

23. November 2017 | 02:53 Uhr

Schleswig : Mai-Kundgebung mit Kritik an Helios

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund 100 Gewerkschafter zeigten am Tag der Arbeit Flagge bei einem Demonstrationszug durch den Lollfuß.

von
erstellt am 01.Mai.2016 | 22:28 Uhr

Karl-Heinz Pliete hatte eine flammende Rede vorbereitet zum aktuellen Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst. Wenige Tage nach dem Warnstreik mit 800 Teilnehmern in Schleswig wollte der Verdi-Gewerkschaftssekretär den Beschäftigten auf der Maikundgebung noch einmal in kämpferische Stimmung versetzen. „Die Rede konnte ich nun in die Tonne treten“, sagte er gestern – hatten sich die Gewerkschaften doch mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen überraschend schnell auf Gehaltserhöhungen geeinigt, mit denen alle zufrieden zu sein scheinen.

Altbürgermeister Klaus Nielsky hielt die Mairede.
Altbürgermeister Klaus Nielsky hielt die Mairede. Foto: Jensen (2)
 

So standen bei der Maikundgebung mit rund 100 Teilnehmern auf dem Theater-Parkplatz andere Themen im Vordergrund. Hauptredner war Altbürgermeister Klaus Nielsky, der als einstiger Chef der Schlewiger Stadtverwaltung eigentlich die Arbeitgeberseite im öffentlichen Dienst repräsentierte, aber auch seit 54 Jahren Gewerkschaftsmitglied ist. Nielsky ging vor allem auf die aktuelle Diskussion um die Schleswiger Helios-Klinik ein. Der Krankenhaus-Geschäftsführung schrieb er ins Stammbuch: „Ein guter Ruf ist auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht für den Träger eines Krankenhauses unverzichtbar.“ Dem Ruf des Hauses sei es nicht zuträglich, wenn Betriebsräte von Stationsleitungen „als Nestbeschmutzer denunziert“ werden, nur weil sie sich für die Belange der Beschäftigten einsetzten. Hart ins Gericht ging der Sozialdemokrat auch mit den verantwortlichen von Diakonie-Betrieben, gegen die die Staatsanwaltschaft jetzt wegen Sozialversicherungsbetrugs ermittelt. „Da haben doch einige den Schuss nicht gehört“, sagte Nielsky. Zu Beginn der Kundgebung hatte Sabine Schönhoff von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen in Deutschland noch immer 21 Prozent weniger verdienen als Männer – vor allem, weil sie seltener in Führungspositionen gelangen und häufiger Berufe in schlechter bezahlenden Branchen wählten.

Die Kundgebung schloss mit einem Demonstrationszug durch den Lollfuß zum Gewerkschaftshaus am Domziegelhof, wo es für die Teilnehmer neben Grillwurst auch Freibier aus der Taarstedter Brauerei gab.

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